Käfertal

Käfertal Nativa Brasileira um die Percussionistin Cris Gavazzoni spielen in der Reihe „Käfertaler Sommer“ lateinamerikanische Klänge

Familiäre Atmosphäre im Stempelpark

Archivartikel

„Wir freuen uns, dass die Reihe angenommen wird. Das ist ein Auftrag, es das nächstes Jahr wieder zu tun“, zeigte sich Veranstalterin Ute Mocker in Bezug auf die Kulturreihe „Käfertaler Sommer“ zufrieden. Wegen der Renovierungsarbeiten im örtlichen Kulturhaus sei diese neue Reihe, die unter freiem Himmel im Stempelpark und im Heartbeat-Studio auf dem Benjamin-Franklin-Gelände stattfindet, ein wenig „aus der Not heraus“ entstanden. Im Rahmen von „Käfertaler Sommer“ spielte an diesem Abend die Combo Nativa Brasileira auf einer kleinen Open-Air-Bühne im Stempelpark.

Neben der mobil aufbaubaren Freiluftbühne stand ein Spendenglas für das Organisationsteam, denn bei allen Events des „Käfertaler Sommers“ ist der Eintritt frei. Viele kennen Brasilien als leidenschaftliche Fußballnation, deren temperamentvolle Mannschaften leichtfüßig mit dem runden Leder dribbeln. Doch aus Brasilien kommen ebenso fabelhafte Musiker, zum Beispiel die Schlagzeugerin Cris Gavazzoni, die gebürtig aus der südbrasilianischen Großstadt Curitiba stammt.

Mit einem nervösen Rhythmus eröffnete sie an den Fellen und Querflötistin Sanatsu Itaya stieg mit ein, indem die Japanerin helle Klänge in die Luft tupfte. Über ein bestens besuchtes Konzert durfte sich die vierköpfige Kapelle freuen. „Ich sehe, dass viele Profi-Fans da sind, sie sind hinter dem Busch versteckt“, strahlte Moderatorin und Schlagzeugerin Cris Gavazzoni in die letzte Reihe spähend. Zwischendurch stieg spontan Tänzer Caio Mesquita mit seiner Freundin auf die Bühne, um zur Livemusik von Nativa Brasileira die Hüften kreisen zu lassen

Anne Westrich singt japanisch

Im Käfertaler Stempelpark stimmte die Formation die berühmte Melodie „Tico-Tico no Fubá“ von 1917 an. Für Bandleaderin Gavazzoni sind öffentliche Auftritte nicht selten ein Treffen mit Bekannten und Verwandten. „Wir wissen, wie wichtig es ist, diese Momente zu leben und alte Freunde wiederzutreffen, das ist so schön“, freute sich die Drummerin. Später verließ Bassistin Katharina Groß die Bühne und machte Platz für Gastsängerin Anne Westrich. Sie ist bekannt von ihrer Chorleitertätigkeit beim Celebration Gospel Choir in Wallstadt. „Katharina, du kannst solange eine Caipirinha trinken“, empfahl Cris Gavazzoni amüsiert, die knallrote Trommelstöcke verwendete. Deshalb durfte Bandkollegin Katharina Groß für ein Stück lang pausieren und sich an die kleine Bar begeben. Im Zusammenspiel mit dieser Combo wird Anne Westrich vor allem sprachlich gefordert, da sie portugiesische und japanische Lieder singen muss. Mit seinen Darbietungen, unter denen sich einige Eigenkompositionen befanden, verbreitete das Ensemble eine schwüle Urlaubsstimmung im Stempelpark.

Sanft säuselte die Querflöte, und E-Pianist Gregor Engelhardt steuerte ruhige Akkordfolgen bei, zum Beispiel während der lateinamerikanischen Nummer „Rosa“, was auf Deutsch „Rose“ bedeutet. Zurück auf der Bühne setzte Katharina Groß zu mehreren knackigen Alleingängen an. „Wir spielen jetzt eine Arrasta-pé“, kündigte Cris Gavazzoni bezogen auf einen speziellen brasilianischen Tanz an. Bei diesem Tanzstil scharren die Tänzer rhythmisch mit den Füßen auf dem Boden. Darüber hinaus huldigte das Quartett dem zeitgenössischen Multiinstrumentalisten Hermeto Pascoal. „Der macht experimentellen Jazz, der spielt mit Töpfen“, erläuterte Cris Gavazzoni.