Käfertal

Käfertal Bildhauer Hendrik Hackl bearbeitet urzeitliche Fundstücke / Ausstellung „Winterzeit“ im heimischen Atelier

Fossilien in edle Kunstwerke verwandelt

Winterzeit – so der Name der Ausstellung, die der Künstler Hendrik Hackl in seinem Atelier in Käfertal veranstaltet hat, wo sich auch seine Privatwohnung befindet. Die Werkstatt, wo Hackl Kunstwerke aus Fossilien macht, besteht seit 25 Jahren – im Vergleich zum Alter der Fossilien eine Sekunde. In vielen der Bilder und Skulpturen sind Ammoniten verarbeitet, versteinerte Gehäuse von Kopffüßern, die um die 140 Millionen Jahre alt sind. Manche sind mit Blattgold verziert, andere sind auf Elementen aus Olivenholz angebracht.

Prähistorische U-Boote

„Man kann die Ammoniten auch als prähistorische U-Boote bezeichnen, denn sie hatten Kammern, die sie wahlweise mit Gas oder Wasser füllen konnten, um auf- oder abzutauchen“, sagte Elles Magermans, Ehefrau von Hendrik Hackl und von Beruf Fotografin. Hackl setzt die Fossilien in Szene, sodass ihre ästhetische Seite in den Mittelpunkt gestellt wird – im Gegensatz zur Vitrine im Museum. Nicht immer sind die Kunstwerke ganz ernst gemeint, eines zeigt einen fossilen Fisch, der in einer Fischdose gelandet ist. Ein anderes zeigt eine Scheibe eines versteinerten Baumes zwischen zwei hölzernen Brötchenhälften, die so genannte „Brötchen-Skulptur“. „Auf diese Idee sind wir gekommen, nachdem wir zehn Jahre lang auf dem Weihnachtsmarkt auf den Kapuzinerplanken einen Fossilien-Stand hatten. Die Leute kamen zu uns und legten ihre Brötchen auf der Verkaufsfläche ab, während sie sich die Fossilien anschauten. Die Skulptur ist daher eine Erinnerung an den Weihnachtsmarkt“, erzählt Elles Magermans.

Begonnen hat alles im Jahr 1988. „Da habe ich den ersten Stein gefunden, der mich inspiriert hat“, sagt Hackl. „Ich verbrachte damals den Urlaub in Marokko und traf dort durch Zufall auf einen Fossilienhändler. Dieser schickte mich auf eine bestimmte Düne in der Sahara, dort fand ich das Fossil.“ Das erste Kunstwerk, oder „Schmuckstück“, wie Hackl es nennt, entstand dann 1989. „Mit sieben Jahren wollte ich schon Künstler werden, machte aber zuerst eine Ausbildung zum Zahntechniker und ein Praktikum als Steinmetz“, so Hackl.

Mit seiner Kunst möchte er den Leuten die Jahrmillionen, die in den Fossilien festgehalten sind, zugänglich machen. Seine Kunden kommen aus dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis, Verbindungen bestehen auch zu Galerien in den USA und den Niederlanden. Für nächstes Jahr sind Ausstellungen in französischen Schlössern geplant. Die Fossilien, die Hackl verarbeitet, findet er zum Beispiel auf Fossilienmessen, außerdem haben sich nach fast 30 Jahren viele Kontakte gebildet. „Aber er findet immer wieder neue Materialien“, fügt Elles Magermans hinzu.

Info: Nähere Informationen unter www.hendrikhackl.de.