Käfertal

Käfertal Erfolgreiches Spargelfest auf dem Möbel Peeck-Gelände mit Feuerwerk

Funkelnder Sternenregen über den „Löwenjägern“

Ein lauter Knall, ein schwirrender Heuler, ein funkelnder Sternenregen – und schon entweicht ein „Ohhhh“ vielen Mündern auf den Gelände von Möbel Peeck in Käfertal: Mit einem prachtvollen Feuerwerk haben die „Löwenjäger“ am Samstagabend für einen Höhepunkt bei ihrem siebten Spargelfest gesorgt. Es war zugleich ein Freudenfeuerwerk – über den enormen Andrang und das gute Wetter, das die Käfertaler Karnevalisten im Gegensatz den den Vorjahren an allen drei Tagen verwöhnte.

Auf der Bühne sorgen zuvor die Jungs der Wieslocher Band „ZAP Gang“ für beste Stimmung. Alle Bänke in den Zelten sind besetzt, Stehtische und Bierwagen dicht umringt, es gibt lange Warteschlangen an der Bonkasse und einen engen, riesigen Pulk feiernder junger Besucher vor der Bühne. Da bietet die Band eine gute, fetzig-rockige, wenn auch sehr laute Show mit sehr breitem Repertoire aus Rock, Pop, Blues, Soul und Reggae, und die Pflastersteine werden prompt zum Tanzparkett.

850 Kilo Spargel geschält

„Jetzt haben sie das Zelt genug gerockt, gönnen wir den Jungs eine kurze Pause“, kündigt dann der neue „Löwenjäger“-Präsident Thomas Hambsch das Feuerwerk an. Mit hellem Feuerschweif zischen die Raketen direkt hinter der Bühne in die Nacht. Wie ein Bukett entfalten sich die bunten Effekte, rote, gelbe, grüne und blaue Kugeln glühen kurz am dunklen Himmel, es knallt und knistert, ein Meer kleiner glitzernder Sternchen rieselt auf die Besucher herab, die nach einem abschließenden lauten, gell leuchtenden Heuler begeistert klatschen und johlen.

„Brutal“ seufzt kurz darauf Bernd Nauwartat, der Vorsitzende der „Löwenjäger“, glücklich und geschafft zugleich. Den ganzen Abend hat er wegen des großen Andrangs selbst mit anpacken, die Bedienungen unterstützen müssen. Currywurst ist da schon lange ausverkauft, dann auch Flammkuchen, die Schnitzel.

Rund 850 Kilogramm Spargel, von den 17 fleißigen „Spargelschälfrauen“ unter Leitung von Doris Dörr an drei Vormittagen geschält, tischen die „Löwenjäger“ ihren Gästen an den drei Tagen in verschiedenen Variationen auf. Rund 100 Ehrenamtliche arbeiten am Samstag, etwas weniger jeweils am Freitagabend und am Sonntag in der Küche, am Spülmobil und im Getränkeausschank. „Manche machen natürlich mehrere Schichten“, betont der Vorsitzende dankbar.

Eröffnet hat er das Fest gleich doppelt. Zunächst gilt es, symbolisch eine Fototorte mit dem Plakat des Spargelfests anzuschneiden. Gezaubert hat das süße Stück Miriam Vierling. Zwölf Jahre war sie Gardetänzerin, nun ist sie Betreuerin des Männerballetts und angehende Konditorin der Konditorei Herrdegen – und da wollte sie ihrem Verein dann gleich mal ihr Können mit dieser Torte zeigen.

Zum Messer greifen neben den Vertretern des Vereins auch Lorenz Näger, Finanzvorstand der HeidelbergCement Group und Schirmherr des siebten Spargelfests, sowie Gastgeber Volker Peeck. Zeugen der Eröffnung sind zahlreiche prominente Gäste, darunter die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Katzmarek, der CDU-Fraktionsvorsitzende Claudius Kranz, Thomas Dörner, Präsident der Karnevalskommission, sowie die amtierende Stadtprinzessin Miriam Frank.

Schwabe gut integriert

Vier Schläge reichen ihm: mit dem Fassbieranstich eröffnet Schirmherr Näger das Spargelfest offiziell. „Ich bin ein Schwabe, der seit 30 Jahren in Käfertal wohnt“, stellt sich Näger vor. Dass er solch ein Traditionsfest eröffnen dürfe, sei doch „ein gelungenes Beispiel der Integration“, so der Schirmherr schmunzelnd.

Und er zieht eine Parallele zwischen den „Löwenjägern“ und den „Sieben Schwaben“. Haben die Käfertaler einst angeblich ein Raubtier im Käfertaler Wald gesucht und nur einen Bernhardiner gefunden, so hoppelt den auf der Suche nach einem Ungeheuer durch den Ravensburger Wald jagenden „Sieben Schwaben“ nur ein Hase entgegen. „Uns verbindet also die Historie“, so Lorenz Näger ironisch.

Ein großes Kompliment hat Volker Peeck für den Verein parat: „Erstaunlich, was die immer wieder hinkriegen, was die auf die Beine stellen“, so Peeck, der das Areal seines Möbelhauses in der Turbinenstraße zum siebten Mal für das Fest zur Verfügung gestellt hat. „Der Aufwand ist relativ groß, aber es ist einfach eine schöne Tradition geworden“, so Peeck, ehe der Shantychor Rheinauer Seebären mit schwungvollen Melodien den Eröffnungsabend bestreitet.

Er beschwört aber nicht allein Seemannsglück und die „Reeperbahn nachts um halb eins“, sondern beweist mit „hell die Gläser klingen“ auch ein über maritime Titel hinausgehendes Repertoire.