Käfertal

„Klare Kanten, gute Anbindung“

Archivartikel

Klaus Elliger, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung über das Rott

Herr Elliger, vor 25 Jahren war erste Grundsteinlegung Im Rott. Aus heutiger Sicht ein gelungenes städtebauliches Projekt?

Klaus Elliger: Ja. Im Rott ist gekennzeichnet durch Blockrand-Strukturen und einen Stadtraum, der Klarheit hat. Im Rott ist eine in sich schlüssige städtebauliche Form. Leider hat man an der einen oder anderen Stelle an der Dichteschraube etwas zu sehr gedreht. Aber das Rott ist weitaus besser als sein Ruf.

Was würde man heute anders machen?

Elliger: Wir versuchen in der Weiterentwicklung auf Spinelli zum Beispiel eine engere Verzahnung in Richtung Grün, indem wir die Bebauung etwas lockerer anordnen, so dass möglichst viele Leute das Gefühl haben, sie wohnen am Grün.

Der Marie-Bernays-Platz wird überwiegend als Parkplatz genutzt. Hier würde man sich etwas mehr Leben wünschen.

Elliger: Auch das ist ein Punkt, den wir auf Spinelli anders angehen: Wir wollen den öffentlichen Raum attraktiver gestalten. Außerdem werden wir in den Erdgeschossen vermehrt interessante Nutzungen unterbringen, damit der Eindruck einer reinen Schlafstadt vermieden wird. Das Rott ist damals eher unter dem Credo des funktionalistischen Städtebaus entstanden. Wir wollen heute die Durchmischung. Das beschäftigt uns allerorten.

Kann das Rott durch die geplante Neubebauung am Rand von Spinelli profitieren?

Elliger: Rott und Käfertal-Süd werden profitieren, weil in der Infrastruktur, etwa bei der Nahversorgung, vorhandene Lücken geschlossen werden. Im Grunde entwickelt sich Käfertal-Süd dann zu einem eigenständigen Quartier. Oder nehmen wir den geplanten Radweg: zukünftig hat man die Möglichkeit, mit dem Rad über den Grünzug bequem in Richtung Innenstadt zu gelangen. Mit einer neuen StraßenbahnTrasse werden die Rott-Bewohner möglicherweise eine zweite ÖPNV-Anbindung erhalten. dir