Käfertal

Käfertal Gemeinsamer Vorstoß von CDU, ML und SPD zielt auf raschen Umbau des Knotenpunkts Waldstraße/Wasserwerkstraße

„Konzertierte Aktion“ soll Tempo in die Planung bringen

Der Fraktionschef der SPD, Ralf Eisenhauer, radelte zwar nur zufällig auf dem Heimweg von der Arbeit vorbei an der Kreuzung Waldstraße/Wasserwerkstraße, wo sich gerade CDU und ML zu einem gemeinsamen Ortstermin trafen. Dennoch war man sich zumindest im Kern der Sache fraktionsübergreifend einig: Der Knotenpunkt dort soll deutlich schneller ausgebaut werden als in den bisherigen Planungen der Verwaltung vorgesehen. Die hatte unlängst einen Baubeginn für 2022 in Aussicht gestellt – und dafür heftige Kritik von Bezirksbeiräten und Stadträten einstecken müssen (wir berichteten). Schon jetzt staut sich dort der Verkehr, und die Politiker aus dem Stadtteil befürchten, dass die Situation brisanter wird, wenn Franklin sich mit Bewohnern füllt und Handel und Gewerbe dort aufblühen. In zwei sehr ähnlich lautenden Anträgen fordern CDU und ML nun, die Planungen zu intensivieren und dabei die Bezirksbeiräte einzubinden. Mit diesen Zielen kann sich auch die SPD anfreunden.

Chris Rihm, bisher Bezirksbeirat in Käfertal, sitzt jetzt im Gemeinderat für die CDU, er kennt die „unendliche Geschichte“ mit dem Verkehrsknotenpunkt genau. „Schon in ersten Planungen 2013 war der Knotenpunkt erwähnt, 2014 hat dann der Bezirksbeirat seine erste Anfrage zum Thema gestellt“. 2016 habe sich die Verwaltung dann mit Planungen zu einem Umbau beschäftigt, „spätestens 2017 hätte man das dann in den entsprechenden Doppelhaushalt einbringen können“. Geschehen sei allerdings nichts. „Das Thema ist doch nicht vom Himmel gefallen“, beklagte der künftige CDU-Bezirksbeirat Christian Hötting, „das macht die Sache ja so ärgerlich“.

Franklin wächst – mehr Verkehr

„Derzeit hat Franklin 9300 Bewohner und 2000 Arbeitsplätze, im Frühjahr 2020 wollen Segmüller und Bauhaus mit dem Bau auf Columbus beginnen“, so Rihm, „und das Problem ist: Alle Verkehre werden über den Knotenpunkt abgewickelt“. Für seinen Partei-Kollegen, den scheidenden Bezirksbeirat Georg Herrmann, der sich intensiv mit der Materie beschäftigt hat, ist die Planung B38 und der Umbau zum Stadtboulevard „ein Denkfehler“: „Wir brauchen eine Anbindung von Franklin an die B38“, schließlich würden Bauhaus und Seegmüller viele auswärtige Kunden ansprechen.

Überdies staue sich der morgendliche Berufsverkehr, wenn die Bahnen die Waldstraße queren – „jetzt kommt Franklin noch dazu“. Auch CDU-Bezirksbeirat Michael Mayer kennt das Thema aus dem Effeff, „mit Spinelli potenziert sich das Chaos dann“, wirft er ein. Er fordert, „den Verkehr aus Viernheim zu unterbinden, ab der Magdeburger Straße muss die Zufahrt nur noch für den Anliegerverkehr möglich sein“. Das hält auch Thomas Steitz von der ML für sinnvoll, er war eigens vom Bezirksbeirat Waldhof mit zu der Runde gestoßen.

ML-Stadtrat Roland Weiß konnte sich eine kleine Spitze gegen die CDU-Kollegen freilich nicht verkneifen: „Ihre Partei hat doch im Gemeinderat den B38-Planungen zugestimmt.“ In der Sache Knotenpunkt sei man sich freilich einig – mit einem Unterschied: „Sie würden eine Art Übergangslösung akzeptieren mit dem Blockieren des Viernheimer Verkehrs, wir allerdings nicht“. Seine Hoffnungen ruhen nun auf der Tatsache, dass es „nun offenbar einen parteiübergreifenden Konsens und einen entsprechenden Vorstoß gibt, und zwar auch dahingehend, Bezirksbeiräte als Sachkundige mit ins Planungsboot zu holen“.

Chris Rihm bündelte zum Abschluss des Ortstermins noch einmal das Ziel der „konzertierten Aktion“ über Parteigrenzen hinweg: „Es muss jetzt hier schneller gehen, und zwar deutlich schneller. Der Umbau muss deutlich vor dem Beginn der Buga fertiggestellt sein“, forderte der Stadtrat. „Und es kann auch schneller gehen“, meinte er zuversichtlich. Dieses Gefühl teilt er mit seinem Gemeinderatskollegen von der SPD: „Die relevanten Vertreter der Verwaltung haben das Problem erkannt“, da ist sich Ralf Eisenhauer jedenfalls sicher.