Käfertal

Käfertal Trommelpalast feiert Frühlingsfest mit Fair-Trade-Verkaufsständen und vielseitigem Bühnenprogramm

Kubanischer Rhythmus reißt die Zuhörer mit

Archivartikel

„Diese Wolle hält schön warm, hat ein geringes Volumen und ist sehr robust“, erklärte Händlerin Kathrin Lach, die an ihrem Verkaufsstand farbenprächtige Decken, Schals und Täschlein aus Yak-Wolle von Hochgebirgsrindern feilbot. „Das ist ein kuschelig weicher Stoff, in ihren Eigenschaften ist Yak-Wolle mit Schafswolle vergleichbar“, erläuterte sie. In seiner Halle feierte der Trommelpalast im Stadtteil Käfertal wieder ein Frühlingsfest mit Basar und Workshops – diesmal unter dem Motto „Es macht wumms im Lenz“. Der Trommelpalast durfte sich über einen mit Besuchern drängend vollen Saal freuen.

Waren aus Nepal

An der rechten Seite ihres Halses trägt Händlerin Kathrin Lach, die mit ihrem Verkauf die notleidende Bevölkerung im südasiatischen Nepal unterstützt, einen tätowierten Drachen. „Den habe ich mir mal in Myanmar stechen lassen“, verriet Lach, die in der Neckarstadt wohnt und hauptberuflich als Sozialpädagogin im pfälzischen Frankenthal arbeitet. Ihre Artikel stammen aus einer nepalesischen Frauenselbsthilfegruppe, die mit diesen wollenen Handarbeiten ihre Familien ernährt. Ein exotisches Yak-Wollen-Täschchen kostet bei ihr zwischen fünf und sieben Euro.

Auf der Bühne im Trommelpalast stimmten derweil Trommelgruppen der Musikschule zur Veranschaulichung der angebotenen Kurse verschiedene Stücke an. Zum Beispiel demonstrierte ein perkussives Frauenensemble die kubanische Trommel Batá mit heißen karibischen Rhythmen. „Batás sind besondere Trommeln aus Kuba. Batás dürfen normalerweise nicht von Frauen gespielt werden. Darüber haben wir uns hinweggesetzt“, schilderte Dozent und Moderator Gero Fei. Andererseits gebe es im Inselstaat Kuba, wo der „Machismo“ weiterhin vorherrsche, Tanzstile, die ausschließlich Frauen tanzen dürften. Das Publikum ging bei den heißen Rhythmen aus der Karibik begeistert mit und feierte die großen und kleinen Künstler auf der Bühne mit viel Beifall.

Am Frühlingsfest nahm ebenso der Weltladen Wallstadt, der die rechtliche Form eines gemeinnützigen Vereines besitzt, mit einem reich gefüllten Verkaufsstand teil. Hinter diesem Tisch veräußerten die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Isolde Aumüller und Barbara Schmidt-Weiser fair gehandelte Produkte wie Eukalyptus-Honig, Arganöl, Mannheimer Quadrate-Schokolade namens „Quadrolade“, Armbänder aus bunten Glasperlen sowie eine persönlich zusammengestellte Rezept-Sammlung als Ringordner. „Wir sind leider nur Frauen, über 20 Damen, wir würden gerne ein paar Männer unter unseren Mitarbeitern haben“, erzählten Helferin Isolde Aumüller und Erste Vorsitzende Barbara Schmidt-Weiser.

Daneben lockte ein Stand des Spielzeugladens „Urmel“, dessen Geschäft sich in der Kunststraße im Quadrat O7 befindet, mit aufgebauten Geschicklichkeitsspielen wie einem roten Miniflipper, einem Holzlabyrinth mit rollender Murmel darin und einer gelben Wand namens „Plopper-Spiel“ vor der Halle – bei diesem Spiel mussten die Kinder aus einer Figur-Pistole eine Kugel in das aufgerissene Maul eines Comic-Hais schießen.

Große und kleine Kinder

„Wir feiern dieses Jahr unser 25-jähriges Jubiläum, am 29. Juni“, erklärte Mitarbeiterin Sofie Schmitt, die als studentische Aushilfe den liebevoll eingerichteten Spielzeugladen mit Leidenschaft unterstützt. „Bei uns im Laden dürfen die Kinder alles ausprobieren, entdecken und einfach Kind sein“, versicherte die 21-Jährige. „Und wir haben auch Erwachsene unter unseren Kunden, die ein ganz klein wenig Kind geblieben sind.“