Käfertal

Käfertal Zwischenlösung bei Großveranstaltungen / Stadt mahnt Baumschutz auf der Baustelle des Einkaufsmarkts Gartenstraße an

Parkplätze für das Kulturhaus

Archivartikel

Achtlos gegen einen Stamm gelehnte schwere Gerüstteile, ein Stück vom Bauzaun, das gegen einen Baum geworfen wurde – dem vorgeschriebenen Baumschutz entspricht das, was Käfertaler auf der Baustelle des neuen Rewe-Markts im Zentrum beobachteten und auch fotografisch dokumentierten, nicht. Jetzt hat sich die Stadt eingeschaltet und dem Projektentwickler auferlegt, den Missstand zu beseitigen. Und auch für ein anderes Problem, das mit den Bauarbeiten im Zentrum zusammenhängt, hat man jetzt – zumindest für eine Übergangsfrist – eine Lösung gefunden: Das Parkplatzproblem des Kulturhauses könnte mit einem Provisorium auf dem Habichtplatz entschärft werden.

Grünflächenamt eingeschaltet

Die Nachricht vom mangelhaften Baumschutz auf der Baustelle erreichte den „MM“ über den ML-Stadtrat Roland Weiß, er hatte von Bürgern von der Situation erfahren und das Grünflächenamt eingeschaltet. Und auch die oberste Baustellenmanagerin der Stadt, Anja Ehrenpreis, hörte durch den eine Nachfrage der Redaktion von dem Problem. Gemeinsam handelten die Stadtvertreter sofort: „Der zuständige Fachbereich Grünflächen hat sich mit dem Bauherrn in Verbindung gesetzt“, berichtet Ehrenpreis, „der Zustand wurde reklamiert“.

Inzwischen habe der Projektentwickler Schoofs seine Baufirma angewiesen, die betroffenen Baumwurzelbereiche freizulegen und den Stammschutz für die Bäume im Januar, nach der Baupause, die noch bis 6. Januar währt, anzubringen, versichert die Baustellenmanagerin. Jürgen Dräger von der Firma Schoofs: „Wir hatten wegen des Baumschutzes schon vor dem Abbruch entsprechende Begehungen, nach der Baupause werden alle Bäume mit dem Stammschutz versehen.“ Anja Ehrenpreis will das dann auch nachprüfen: „Wir kontrollieren, ob das erledigt wird – wie von uns angemahnt.“

Eine erfreuliche Nachricht gibt es auch bei der leidigen Parkplatz-Problematik. Hier hatte die Chefin des Kulturhauses, Ute Mocker, sich ja bei der jüngsten Bezirksbeiratssitzung an die Stadt gewandt und um Unterstützung gebeten. Bei Großveranstaltungen wisse man nicht mehr, was man den Besuchern in Sachen Parkraum empfehlen solle. Anja Ehrenpreis, die bei der Sitzung für die Stadt zum Baufortschritt referiert hatte, nahm das Hilfsgesuch umgehend mit ins Rathaus: „Wir haben uns dort im großen Kreis zusammengesetzt und zumindest für eine Übergangszeit ein Provisorium gefunden: den Habichtplatz.“ Der liegt etwa 15 Gehminuten entfernt vom Kulturhaus, nicht ganz so nahe also wie die Parkplätze, die es direkt vor der Tür gab, aber immerhin bietet er Platz für etwa 80 bis 100 Autos.

„Der Fachbereich Tiefbau und die Stadtreinigung haben den Platz inzwischen ertüchtigt“, berichtet Ehrenpreis. So sei etwa eine Heißasphaltschicht aufgebracht worden, der Platz sei gereinigt, und die Schlüssel für die Pfostensperren, die dort die Zufahrt verhindern, habe man in die Obhut des Kulturhauses gegeben. Die Zufahrt soll dabei über die Obere Riedstraße erfolgen. Freilich sei dies lediglich als temporäre Lösung gedacht und komme auch nur bei größeren Veranstaltungen infrage. „Am 11. Januar beim Neujahrsempfang der IG Käfertaler Vereine etwa“, so Ehrenpreis.

750 Meter zu Fuß

Ute Mocker, die Leiterin des Kulturhauses, ist einstweilen erleichtert: „Wir sind wirklich froh, dass das nun bei bestimmten größeren Veranstaltungen in unserem Haus etwas Entlastung in die Parksitiation bringt“. Freilich müsse man sehen, wie die neuen Stellflächen angenommen werden: „Es sind 750 Meter, ob das ältere Besucher nutzen, muss sich erst noch zeigen.“

Sie hofft freilich auf eine weitere Möglichkeit für Besucher, zum Kulturhaus zu kommen: „Die Buslinie 45 hält ja tagsüber unter der Woche direkt bei uns. Wir würden uns wünschen, dass die RNV das Angebot auch auf die Wochenenden ausdehnt.“ Und wer weiß – das leidige Dauerthema Parkplätze wird möglicherweise ja auch im Kommunalwahlkampf im Stadtteil noch eine Rolle spielen.