Käfertal

Käfertal Younity Begegnungsfest im Kulturhaus II

Rap, Capoeira und Tanz

Bereits zum fünften Mal fand das Younity Begegnungsfest im Kulturhaus II in der ehemaligen Elementary School in der Wasserwerkstraße statt – am Rande des neuen Stadtteils Franklin, noch von Baustellen umgeben. An einem regnerischen Sonntag hatten sich die Teilnehmer in den ehemaligen Klassenzimmern zusammengefunden, um Texte für Rap-Aufnahmen zu schreiben oder um Capoeira und Street Dance zu proben. Veranstalter des Festes war die Younity Family, sprich: das Kulturhaus Käfertal und die „Rapagogen“ von der Who am I Creative Academy.

30 Prozent Mädchen

„An zwei Tagen die Woche ist etwas los im Kulturhaus II. Dienstags kommt die Capoeira-Gruppe, donnerstags gibt es Rap und Street Dance. Bei den Rappern sind es zwischen 20 und 50 Leuten, dabei sind 30 Prozent Mädchen, wir haben starke Rapperinnen“, sagte Ute Mocker, Leiterin des Kulturhauses. „Die Kurse fördern das Selbstvertrauen der jungen Leute, sie lernen, sich auszudrücken und sich auf der Bühne darzustellen.“ Auch das Bild von Männern und Frauen, das bei bekannten Rappern oft in Schieflage geraten ist, soll gerade gerückt werden und auf Gleichberechtigung ausgerichtet sein. Zudem sollen andere Kulturen respektiert werden.

Da sich auf Franklin alles im Umbruch befindet, ist die Zukunft des Gebäudes unsicher. „Dass wir ein Jugendkulturtreff sind, muss noch vom Gemeinderat abgesegnet werden, dann würden wir auch finanzielle Mittel erhalten. Zurzeit finanzieren wir uns durch Sponsoring“, fügte Mocker hinzu.

Im Raum der Rapper ging es hoch her, die Teilnehmer reimten, was das Zeug hielt, dabei erhielten sie Unterstützung vom künstlerischen Leiter Tobias Schirneck („Doppelreime, ihr müsst Doppelreime finden!“) und Coach Simeon „Meon“ Klein. Danach ging es rüber ins Aufnahmestudio – Kopfhörer auf und losrappen. Die Unity-Philosophie lautet: „Es ist egal, welche Person du bist, männlich, weiblich, jung alt, egal, welche Hautfarbe und welche Religion du hast – du bist willkommen.“

Show am Abend

Beim Capoeira hatte Sonja Zacherl, die ansonsten Teilnehmerin des Trainings ist, die Gruppe beim Begegnungsfest übernommen. „Unsere Trainerin ist in Brasilien, ich bin für sie eingesprungen“, so Zacherl, die die Sportart auch beim ESV Ludwigshafen unterrichtet. „Dieses Fest ist eine gute Gelegenheit, sich mit den Rappern und Street Dancern auszutauschen, da wir ansonsten an unterschiedlichen Tagen hier sind. Nachher kommen noch mehr Kinder, die bei der Show mitmachen.“

Bei der Show am Abend hatten dann alle Gruppen die Gelegenheit, ihr Können vorzuführen. Mit dabei waren auch Teilnehmer eines aktuellen Rap-Schulprojekts des Geschwister-Scholl-Gymnasiums und der Humboldt Werkrealschule.