Käfertal

Käfertal Afrikanisches Fest im Trommelpalast mit Basar, Kursprogramm und Live-Darbietungen

„Spaß ist Schlüssel zum Erfolg“

Auf seinem Händlertisch standen hölzerne Skulpturen westafrikanischer Kultur, viele davon mit weiblicher Oberweite und üppigem Kopfschmuck, die Fruchtbarkeit und Gesundheit symbolisierten. Und den kultischen Namen „Nimba“ tragen. „Das ist alles per Hand geschnitzt, zum Beispiel aus Mahagoniholz. Viele Menschen stellen sich das daheim ins Haus“, erklärte Händler Pablo M’Benque. Außerdem reihten sich putzige Holzaffen nebeneinander. Im Käfertaler Trommelpalast feierten Musiklehrer, Schüler und Besucher zusammen ein großes afrikanisches Frühlingsfest.

„Das ist unsere Art, den Frühling einzuleiten“, erklärte Trommelpalast-Dozent Gero Fei. Auf der Bühne stellten mehrere Trommelgruppen wie die kindliche „Alpha Crew“, die „Afrokids“ und die Combo „Ningi Nanga“ perkussives Können unter Beweis. Mit zuweilen lautstarken und stets energiegeladenen Performances. Im Unterrichtssaal führte Dozentin Stephie Schmidt interessierte Kinder in diversen Workshops in die rhythmische Kunst des Trommelns ein.

Kunstvolle Holzskulpturen

Eigens aus Frankfurt am Main war Händler Pablo M’Benque mit seinem Sohn Basilo nach Käfertal gekommen, um kunstvolle westafrikanische Holzskulpturen anzubieten. „Diese Skulpturen haben aber keinen religiösen Hintergrund“, erläuterte der 60-Jährige, der darüber hinaus Trommeln und geschnitzte dekorative Zebra-Masken verkaufte. „Ich möchte helfen, Kindern Disziplin beizubringen. Über die Musik der Trommel, spielerisch mit Spaß. Das ist der Schlüssel zum Erfolg“, schilderte M’Benque, dessen Mutter noch im Senegal lebt. „Wenn ich Geld habe, fliege ich manchmal zurück in meine Heimat“, erzählte er.

Unter den Bühnenmusikern befand sich Geigerin Ute Dahl, die gemeinsam mit dem Crossover-Ensemble „Amadinda“ drei fremdländische Stücke zu Gehör brachte. „Diese Band ist aus der Cajon-Gruppe entstanden. Wir spielen afrikanische und lateinamerikanische Rhythmen“, erläuterte die Violinistin. Die Zusammensetzung sei überaus gegensätzlich. „Unser E-Gitarrist spielt viel Jazz, genau wie unser Saxofonist. Wir kombinieren diese Stile“, erklärte Ute Dahl, die in Heidelberg als freischaffende Musiklehrerin unterrichtet.

Zuvor rockte jedoch auf der kleinen Bühne der schwarze Trommler Nii Ashitey im schlagkräftigen Duo mit Kollege Dirk Friederich. Ein impulsives Feuerwerk der Perkussion. Wegen seines muskulösen Oberkörpers könnte man vermuten, dass Trommel-Lehrer Nii Ashitey regelmäßig Gewichte stemmt. „Ja, das fragen mich viele. Ich habe keine Zeit, um ins Fitness-Studio zu gehen“, amüsierte sich Ashitey, der ursprünglich aus Ghana stammt. „Das kommt allein durch das Trommelspielen.“

Über die Liebe zur Musik war Nii Ashitey um 1983 während einer Auslandstournee nach Mannheim gelangt. Seine 63 Lebensjahre sieht man dem Percussionisten nicht an. Denn aktives Musizieren hält ja bekanntlich jung und fit. Höhepunkt des afrikanischen Frühlingsfestes war das abendliche Konzert der Gemeinschaft „Worldchor Inanay“ und der „Trommelpalast Afro Big Band“.