Käfertal

Käfertal Im Vorfeld der Haushaltsberatungen sind sich die Parteien uneinig darüber, mit welchen Maßnahmen das Kulturhaus gerettet werden kann

SPD fordert Geld, die CDU will Parkplätze

Wie sieht die Zukunft des Kulturhauses in Käfertal aus? Mit unterschiedlichen Antworten auf diese Frage gehen die Fraktionen von CDU und SPD in die am Montag beginnenden Haushaltsberatungen. Während die SPD Haushaltsmittel einplanen will, um das Kulturhaus in einer allumfassenden Maßnahme zu sanieren, wollen die Christdemokraten die Gelder nicht freigeben, solange es kein Parkplatzkonzept für den gesamten Ortskern gibt. Die SPD wirft der CDU Blockadehaltung vor, die CDU wiederum findet, die SPD mache es sich zu einfach.

Immerhin geht es um 1 Million Euro. Diese werden für den zweiten Bauabschnitt der Kulturhaussanierung benötigt, der das Dach und den großen Saal betrifft. 700 000 Euro kommen durch den Wegfall der Parkpalette und 300 000 Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm „Soziale Integration im Quartier“. Im ersten Bauabschnitt soll unter anderem das Foyer erweitert werden. Dafür sind 1,084 Millionen Euro bereits im Haushalt verankert. Hinzu kommen weitere 600 000 Euro für die energetische Sanierung.

„Rettet das Kulturhaus Käfertal!“ Mit einem eindringlichen Appell hat die Käfertaler SPD-Vorsitzende Melanie Seidenglanz im Vorfeld der Etatberatungen für eine Komplettsanierung des Kulturhauses geworben und „großen Unmut“ über die Haltung der konservativen Parteien geäußert, die keinen Handlungsbedarf beim Kulturhaus sähen. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass Gelder zur Teilsanierung bewilligt werden, aber sich gleichzeitig nicht auf ein Zukunftskonzept geeinigt werden kann“, schreibt sie. Sanierung- und Betriebskonzept müssten Hand in Hand gehen.

CDU fordert öffentlichen Parkraum

Käfertals CDU-Vorsitzender Michael Mayer kontert: „Wir stehen voll hinter der Sanierung, es wird tolle Arbeit gemacht, aber wenn wir kein gescheites Parkplatzkonzept hinbekommen, nutzt uns das schönste Kulturhaus nichts.“ Um die Einrichtung für Firmen als potenzielle Mieter attraktiv zu machen, brauche es ausreichend Parkplätze. Doch diese sind aus Sicht der Christdemokraten mit dem Wegfall der Parkpalette und der verschenkten Option, in der Tiefgarage unterhalb des zukünftigen Rewe-Marktes öffentliche Stellplätze zu schaffen, nicht mehr vorhanden. „In ganz Käfertal Mitte ist es eng mit Stellplätzen“, stellt Mayer fest. Deshalb will die CDU die 700 000 Euro lieber dafür verwenden, durch die Stadt Stellplätze in der Tiefgarage vom zukünftigen Betreiber des Supermarkts anzumieten oder zu kaufen, die dann für öffentliches Parken bereitgestellt werden sollen.

Einig sind sich SPD und CDU in ihrer kritischen Beurteilung der Zukunftsfähigkeit des Kulturhauses. „Es ist 2 vor 12“, mahnt Seidenglanz. Die SPD geht von 50 bis 60 Prozent finanzellen Einbußen während der Sanierungsphase aus und formulierte bereits am 10. Oktober in einem Antrag an den Gemeinderat: „Dass der bürgerschaftliche Betrieb fortgesetzt wird, ist eine Notwendigkeit für den Stadtteil“. Das Kulturhaus sei ein unverzichtbarer Ort der Begegnung für Käfertal. „Nachdem jetzt viel Geld für die Sanierung aufgewendet wird, sollte auch eine dauerhafte Lösung für den Weiterbetrieb gefunden werden.“

CDU-Mann Michael Mayer, der auch im Beirat sitzt, fordert schon seit längerem eine strikte Trennung von Trägerverein und der soziokulturellen Arbeit. „Man müsste im Prinzip zur alten Satzung der Interessengemeinschaft Käfertaler Vereine zurückkehren“, so Mayer. Im Jahr 2013 wurde die entgeltfreie Überlassung des Kulturhauses an die IG Käfertaler Vereine in ein mietzinspflichtiges Mietverhältnis umgewandelt mit dem Ziel, die IG auf dem Weg des Kulturhauses zu einem soziokulturellen Zentrum zu begleiten. Doch in letzter Zeit sind die Einnahmen aus Vermietungen im Kulturhausbetrieb dramatisch eingebrochen. Im Oktober 2016 stellte der Vorstand der Interessengemeinschaft deshalb Überlegungen an, einen Trägerverein zu gründen, um auf diesem Wege leichter an Fördermittel von Bund und Land zu kommen. Für Michael Mayer steht jedenfalls fest: „So wie bisher kann es nicht weitergehen, Wenn nichts passiert, wird der Schlüssel schon bald an die Stadt zurückgegeben.“ Die Verwaltung schlägt als Alternative zu einem soziokulturellen Zentrum vor, das Kulturhaus nach der Sanierung mit dem bürgerschaftlichen Nutzungsschwerpunkt als Haus der Vereine und für Vermietungen an Dritte weiterzuführen.