Käfertal

Käfertal Feuerwerk krönt dreitägiges Spargelfest der „Löwenjäger“ / Verein ist trotz wechselhaftem Wetter mit Umsatz zufrieden

Sternenregen über dem Möbelhaus

Es knallt, es glitzert, es knistert, es zischt. Rote und grüne Kugeln schießen mit hellem Schweif empor, ein goldener Sternenregen fällt herab, am Ende leuchtet der Himmel ganz hell. Dazu hört man „Ahhhh“ und „Ohhh“, zwischendurch sogar ein witziges „Prosit Neujahr!“ – denn ein großes Feuerwerk ist der Höhepunkt beim dreitägigen Spargelfest der „Löwenjäger“ in Käfertal.

Auch die Temperaturen erinnern manche Gäste ein bisschen an Silvester. Viele sitzen mit Winterjacken da – aber am Samstagabend sind trotz nasskalten Wetters fast alle Bänke in den beiden Zelten besetzt. „It’s Showtime“, eröffnet „Löwenjäger“-Präsident Thomas Hambsch den „Spargelnacht“ getauften Party-Abend. Und die Männer der Wieslocher „Zap-Gang“ laden mit Erfolg ein, dass sich das Publikum warmrockt: Auf dem Asphalt vor der Bühne wird getanzt – zwischendurch sogar mit dem Schirm in der Hand. Die Band bietet ein umfassendes Repertoire aus Rock, Pop und Soul, und sie kommt damit gut an. Es wird geklatscht, gewinkt und gehüpft – und trotzdem auch gegessen.

850 Kilo Spargel

„Das Essen ist halt auch warm“, sagt lachend „Löwenjäger“-Vorsitzender Bernd Nauwartat. Als er den Wetterbericht sieht und immer wieder Schauer aus dunklen Wolken niedergehen, ist er zunächst pessimistisch: „Ich habe gedacht: Da kommt keiner“. Aber am Ende ist er doch zufrieden. 850 Kilogramm Spargel haben die 19 ehrenamtlichen „Spargelschälfrauen“ unter Leitung von Doris Dörr geschnitten. Nach dem Wochenende bleiben nur 60 Kilo übrig, über die sich die Bewohner des Joseph-Bauer-Hauses freuen dürfen.

„Es war kein Stoßgeschäft, aber eigentlich immer etwas los, und gegessen wurde auch“, ist Bernd Nauwartat daher mit der Bilanz vom – 2012 nach einer Idee des früheren Vorsitzenden Walter Dörr entstandenen – Spargelfest „eigentlich ganz zufrieden“.

Torte und Fassanstich

Schließlich finanziert der Verein mit dem Erlös seine Jugendarbeit, insbesondere Trainings und Kostüme der Garden. 100 bis 110 Helfer arbeiten daher ehrenamtlich an Pfannen und Töpfen, schenken Getränke aus, stehen am Spülmobil oder hinter der Kuchentheke. „Manche machen auch Doppelschichten“, ist Marcus Schulze, im Vorstand des Vereins für Bewirtschaftung zuständig, dankbar: „Man darf halt nicht erst drei Tage vorher fragen – wir fangen mit der Planung unmittelbar nach Fasnacht an“.

Symbolisch eröffnet wird das Fest gleich doppelt. Zunächst gilt es, eine Fototorte mit dem Plakat des Spargelfests anzuschneiden. Gezaubert hat sie Miriam Vierling, ehemalige Gardetänzerin und nun bei der Konditorei Herrdegen tätig. Zum Messer greift dazu neben Nauwartat und Hambsch auch Gastgeber Volker Peeck vom gleichnamigen Möbelhaus.

Der macht dem Verein ein großes Kompliment. „Wenn man hier steht und weiß, dass das vor zwei Tagen noch ein Wendehammer für Lkw war“, blickt er Zelte und Gastronomiestände, „dann weiß man, welches Riesenengagement dahinter steckt“. Die „Löwenjäger“ hätten, gerade angesichts des heftigen Regens während der Aufbautage, „Wahnsinniges geleistet – meinen Respekt“, fordert Peeck das Publikum zu einem Applaus für die Helfer auf. Seine Firma sehe sich „Käfertal verpflichtet, denn wir wollen das Möbelhaus in ihrer Nachbarschaft sein“, daher stelle man gerne den Platz zur Verfügung.

„Leute, jetzt esst und trinkt, sorgt für regen Umsatz, denn das hilft dem Verein, seine Jugendarbeit zu finanzieren“, appelliert dann Alexander Fleck an das Publikum. Ihn haben die „Löwenjäger“ in diesem Jahr als Schirmherr des Fests gewonnen, ist der Rechtsanwalt und Feudenheimer CDU-Bezirksbeirat doch dem Verein als „Protokoller“ in der Bütt schon lange eng verbunden. „Faszinierend, welche Karriere ich hier gemacht habe“, witzelt er, „zuletzt stand ich hier am Grill und habe mitgearbeitet, nun darf ich schon Schirmherr sein“. Dann gelingt es Fleck, das Fass mit nur zwei Schlägen anzustechen.

Aktive Geschichtswerkstatt

Es sind die „Rheinauer Seebären“, die unter der musikalischen Leitung von Markus Schnell für einen schwungvollen Auftakt sorgen – mit maritimen Liedern zum Mitsingen und Mitschunkeln. Auch die Tanzabteilung DJK Käfertal unter Leitung von Sybille Dornseiff, die Integrierte Sportgruppe des TV Käfertal sowie die Gruppe „Younity“ vom Kulturhaus steuern Programmpunkte bei, zudem Sängerin Jeanette Friedrich vom Capitol. Ständig präsent ist die Geschichtswerkstatt mit einem Stand: „Wir haben einen Querschnitt der Ergebnisse unserer Arbeit dabei“, verweist Christl Hörr-Nusselt auf Publikationen von der „Nutztierhaltung in Käfertal“ bis zur Ära der Amerikaner oder der Geschichte der Kindergärten. „Das Interesse ist groß“, sagt sie zufrieden.