Käfertal

Käfertal Grundsteinlegung für neues Zentrum im Ortskern / Haus nach Roland Hartung benannt / Hinweis auf Parkplatzprobleme

Supermarkt öffnet im Dezember

Archivartikel

„Wir wollen hier unsere Weihnachtsgans kaufen“, nahm sich Mohamed Younis, Geschäftsführer der Schoofs Immobilien GmbH, vor. Denn „noch vor dem Weihnachtsgeschäft“ solle der von ihm errichtete Rewe-Markt in Käfertal eröffnen. Das kündigte er bei der Grundsteinlegung für den Neubau des Wohn- und Geschäftshauses an der Mannheimer Straße an, der künftig „Roland-Hartung-Haus“ heißen wird.

„Wir ehren damit den Käfertaler Bub, der viel für den Stadtteil und ganz Mannheim gemacht hat“, begründete Egon Scheuermann von der Firma Boxheimer und Scheuermann die Ehrung. „Die großartigen wirtschaftlichen Leistungen“ von Hartung als MVV-Chef wie auch sein ständiges Eintreten für seinen Heimatstadtteil sollten „gewürdigt, die Erinnerung daran gewahrt werden“, erklärte Scheuermann, als er mit den Investoren, Hartung sowie dem Bundestagsabgeordneten Nikolas Löbel, zahlreichen Stadträten und Bezirksbeiräten und Vertretern der Stadt den Grundstein legte.

„Blauer Himmel, Sonnenschein – schöner kann das Wetter nicht sein“, reimte Boxheimer zufrieden. In ein Kupferrohr kamen dann eine Kopie der Geburtsurkunde von Hartung, eine Urkunde über die Benennung des Hauses, der aktuelle „MM“ und eine Münze, ehe die prominenten Gäste zur Maurerkelle griffen und sie im vorbereiteten Grundstein mit Mörtel bedeckten. Der Grundstein werde „in der Decke eingemauert“, sagte Scheuermann – denn der Bau läuft ja seit September, und das erste Obergeschoss steht bereits.

Scheuermann hatte das Projekt als Projektentwickler vorangetrieben und – im zweiten Anlauf – für seinen mit dem Architekturbüro GJL erarbeiteten Entwurf dann von der Stadt den Zuschlag erhalten. Realisiert wird der Neubau, der neben dem Supermarkt auch 28 barrierefreie Zwei- bis Vier-Zimmer-Mietwohnungen und eine Tiefgarage umfasst, nun von der Firma Schoofs Immobilien. „Wir sind im Zeitplan“, sagte Mohamed Younis. Im Frühjahr 2020 sollten die Wohnungen bezugsfertig sein, aber der Supermarkt wolle bereits früher öffnen. Dessen Mietvertrag laufe über 30 Jahre.

„Wir wollen für die Bürger die Nahversorgung sicherstellen, einen zentralen Anlaufpunkt in Käfertal neben diesem schönen Park schaffen – besser als ein Markt auf der grünen Wiese oder in einem Gewerbegebiet“, erklärte der Geschäftsführer. Dabei wisse er, dass die Bauzeit mit Lärm, Staub und Verkehrsproblemen für die Anwohner „nicht angenehm“ sei: „Wir werden versuchen, die Beeinträchtigungen so kurz wie möglich zu halten“, versprach er, „so schnell wie möglich“ zu bauen. Schließlich wisse er, so Younis, dass hinter den Käfertalern „ein Leidensweg“ liege.

„Tag der Freude“

„Von einem langen, steinigen Weg“ sprach ebenso Stadtrat Konrad Schlichter (CDU). Er freue sich, dass er am Ende seines 47 Jahre dauernden politischen Lebenswegs (er kandidiert im Mai nicht mehr für den Gemeinderat) noch bei der Grundsteinlegung für dieses Projekt sprechen dürfe. „Es ist ein Tag der Freude für Käfertal“, so Schlichter, denn seit Jahrzehnten sei gefordert worden, anstelle des 1932 gebauten, 1968 geschlossenen „Olymp“-Kinos einen Neubau mit Supermarkt zu errichten. „Wir brauchen diesen Frequenzbringer, damit der große Kaufkraftabfluss aus Käfertal dringend gestoppt und die ganze Mannheimer Straße aufgewertet werden kann“, sagte Schlichter: „Die Bürgerschaft freut sich trotz der momentan hohen Belastung durch den Bau!“

Erfreut reagierte auch Hartung auf die „überraschende Ehrung“ durch die Benennung des Hauses. Er erinnerte daran, wie er 1965 mit den beiden anderen Käfertalern Paul Schmutz (SPD) und Leo Pfanz-Sponagel (CDU) in den Gemeinderat kam. Zunächst habe man gegen den aus finanziellen Gründen drohenden Baustopp des Kulturhauses gekämpft. Seit Jahrzehnten sei es aber auch Anliegen der Stadträte und des Bezirksbeirats gewesen, den Ortskern zu sanieren und aufzuwerten.

„Jetzt endlich werden wir ein neues Zentrum für Käfertal bekommen“, freute Hartung sich – aber verband das mit einer Mahnung: Die Verwaltung solle „endlich ein Parkplatzkonzept für den Ortskern – über die Mannheimer Straße hinaus – in Angriff nehmen, sonst werden wir den Ortskern nicht revitalisieren“, warnte er. Mit dem Neubau entstehen zwar 57 Plätze in einer Tiefgarage für Bewohner und Anlieger, die sie mieten, sowie 70 auf einem Parkplatz. Die sind für die Kunden des Supermarkts gedacht.