Käfertal

Käfertal Schaurig-schöne Party im Trommelpalast mit DJ „Chris“

Zur Discofete wackeln Skelette

Im abgedunkelten Trommelpalast zuckte langsam getaktetes Stroboskoplicht durch den Eingangsbereich, überall an den Wänden hingen morbide Skelette, und ein Donnergrollen tönte aus versteckten Lautsprechern. An der Kasse saß Trommelpalast-Chef Gero Fei, kostümiert und geschminkt im Stile der Filmfigur Van Pelt mit hellbraunem Tropenhelm aus dem Abenteuerfilm „Jumanji“ von 1995. So war der Musiklehrer fast nicht wiedererzuerkennen. „Es gibt eine neue Fortsetzung von Jumanji, die ist aber nicht so besonders, der alte Film ist Kult“, erklärte der Percussion-Experte.

In der ehemaligen Industriehalle des Trommelpalasts fand wieder eine schaurig-schöne Halloween-Party statt, mit DJ Christian „Chris“ Winkel hinter dem Laptop auf der Bühnenkanzel. Über der Tanzfläche verdichtete sich weißer Shownebel, immer mehr gespenstisch und monsterhaft verkleidete Besucher fanden sich ein, um ihrer tänzerischen Bewegungsfreude nachzugeben. Durch die Lautsprecher jagte DJ Chris geläufige Hits mit einem Schwerpunkt auf den 1970er bis 1990er Jahren, zum Beispiel die Songs „Le Freak“ von Chic, „Kiss“ von Prince und „Rhythm is a dancer“ von Snap!.

Kostüm mit Kunstblut verschmiert

Weiße Kunstspinnenweben dekorierten flächendeckend den Saal. Eine oben an der Decke rotierende Discokugel warf ihr reflektierendes Licht wandernd entlang der Hallenwände. Manche Besucherinnen erschienen als gruselige Hexen verkleidet, eine andere Besucherin trug eine knallrote Perücke und einen kunstblutverschmierten Schlachterkittel. Für diese Szenerie spielte DJ Chris, der Haus- und Hof-Stimmungsmacher des Trommelpalasts, antreibende Songs, wie „I love Rock’n’Roll“ von Joan Jett, „The Ballroom Blitz“ von The Sweet und „Butterfly“ von Crazy Town, was spürbar in die Tanzbeine ging. Die NuMetal-Band um Sänger Shifty Shellshock, der im Jahr 2012 wegen Drogenproblemen vorübergehend im Koma lag, ist schon im Rockclub „MS Connexion“ im Stadtteil Neckarau aufgetreten.

Über der Bühne im Trommelpalast hing während der Halloween-Party eine Laser-Anlage, die farbenfroh flackernde Lichtstrahlen quer durch die Halle schoss. Rote Grablichter illuminierten die umstehenden Café-Tische. Hinter der Theke versorgte Helfer Ulas Kaya die durstigen Gäste mit Getränken. „Ich mache gerade mein Abitur im Fachbereich Pädagogik und Psychologie an der Helene-Lange-Schule in der Schwetzingerstadt“, erzählte Bedienung Ulas Kaya in einer Pause. „Mein bester Freund arbeitet hier im Trommelpalast, so bin ich hier reingekommen“, verriet der 18-Jährige bezogen auf seinen Nebenjob.

Nicht wenige Menschen islamischen oder christlichen Glaubens erkennen in dem amerikanischen Volksbrauch Halloween zu Allerheiligen eine Glorifizierung satanischer Mächte und lehnen diese Feier deshalb kategorisch ab. „Ich habe viele islamische Freunde, das steht sich gegenseitig nicht im Wege“, erläuterte Ulas Kaya, der sich selbst als Atheist versteht. In der Halle legte DJ Chris später die Stücke „Word Up!“ von Cameo, „Ice Ice Baby“ von Vanilla Ice, „This Corrosion“ von Sisters of Mercy und „Don’t bring me down“ von ELO auf und brachte richtig Stimmung in den Saal.

Trommelpalast-Macher Gero Fei ist mit dem ablaufenden Jahr zufrieden. „Bei uns läuft es ganz gut“, äußerte er sich zuversichtlich. Für die Zukunft wünscht sich der ursprünglich aus dem pfälzischen Grünstadt stammende Trommel-Lehrer wieder mehr Einsatz der Lokalpolitik zugunsten der Kultur im Stadtteil Käfertal.