Kindernachrichten

3000 Kinderthemen

Die Internetseite Wikipedia feiert am 15. Januar ihren 20. Geburtstag. Michael Schulte hat vor sechs Jahren ein solches Online-Lexikon extra für junge Internetnutzer gegründet – das Klexikon.

Michael, was ist die Wikipedia?

Michael Schulte: Die Wikipedia ist ein Lexikon im Internet, das von ganz vielen Autoren geführt wird. Sie durchsuchen die rund 2,5 Millionen Artikel der Wikipedia nach Fehlern, korrigieren sie oder schreiben ganz neue Texte, zum Beispiel über Tiere oder Gegenstände. Es ist ein weltweites Netzwerk.

Warum hast du ein solches Netzwerk extra für Kinder gegründet?

Michael: Die Artikel der Wikipedia sind nicht für Kinder geschrieben und manchmal sehr kompliziert. Außerdem tauchen auch Themen auf, die nicht für Kinder geeignet sind. Obwohl es Kinderbücher und -filme gibt, gab es noch kein Online-Lexikon extra für junge Internetnutzer. Deshalb habe ich mit Unterstützung des deutschen Wikipedia-Vereins das Klexikon (kleines Bild) gegründet.

Welche Themen findet man im Klexikon?

Michael: Wir haben mit einer Wunschliste angefangen, auf der wir 500 Themen gesammelt haben, die für Kinder wichtig sind. Diese Liste haben wir nach und nach erweitert. Von einigen Schulklassen sind über 100 neue Themen für das Klexikon dazugekommen, an die wir gar nicht gedacht hatten.

Und wie viele Artikel sind daraus schon entstanden?

Michael: Mittlerweile umfasst das Klexikon mehr als 3000 Artikel und unsere Wunschliste gibt es immer noch. Die kann sich unter klexikon.de auch jeder anschauen und uns per E-Mail an kontakt@klexikon.de neue Wünsche zuschicken.

Wer schreibt die Artikel für das Klexikon?

Michael: Das sind wie bei der Wikipedia Freiwillige, die Geschichte studiert haben, Lehrer oder Journalisten – also Menschen, die sich mit einem bestimmten Thema gut auskennen. Die Autoren schreiben die Artikel ehrenamtlich, das heißt sie bekommen dafür kein Geld.

Wie kontrolliert ihr, ob alle Informationen richtig sind?

Michael: Wir haben Millionen von Nutzern, die uns Bescheid geben können, wenn sich irgendwo ein kleiner Fehler versteckt. Dann können wir das sofort ändern. Das ist auch der Vorteil gegenüber Fehlern in einem gedruckten Lexikon: Wir können sofort reagieren. Außerdem vergleichen wir unsere Texte mit den Artikeln für Erwachsene.

Wie unterscheidet sich denn das Schreiben für Erwachsene von dem Schreiben für Kinder?

Michael: Die Themen müssen sehr viel einfacher erklärt werden und so geschrieben sein, dass sie Kinder ab acht Jahren verstehen können. Das ist natürlich ein bisschen aufwendiger. Denn wir wollen auch die Fragen beantworten, die sich Kinder beim Lesen des Artikels stellen könnten. Wir wollen niemanden mit Fragezeichen zurücklassen.