Kindernachrichten

Ängste bannen

Dieser Titel klingt nach Liebesgeschichte. Das ist es auch, eine Liebesgeschichte zwischen Tochter und Mutter. Dass die zehnjährige Lea ihre Mutter als wichtigsten Menschen für sich entdeckt, hat zwei Gründe: Erstens ist die Mutter schwer krank, sie hat Krebs und wird zusehends zerbrechlicher; und zweitens ist sie besonders liebevoll.

Sie nennt ihr Mädchen „mein Gänseblümchen“ oder „mein Amselchen“, und sie redet mit ihr mit großer Geduld und Zärtlichkeit darüber, was sie erlebt und dass sie sterben wird; nur dass niemand weiß, wann das sein wird.

Lea will das aber nicht akzeptieren, sie will ihre Mutter retten. Dafür will sie ihre Freundschaft zu Noa gegen das Leben der Mutter tauschen. Noa hat als erste die Gefahr von Mamas baldigem Ende angesprochen, und Lea beschließt, ab sofort Noa zu hassen, sie aus ihrem Leben zu verbannen.

Es ist manchmal erschütternd zu lesen, wie es sich anfühlt, wenn Lea einerseits alles aufgibt, was sie liebt, und doch zusehen muss, dass Mama immer schwächer wird. Trotzdem, dieses Buch hilft, Ängste zu bannen. Die Sprache, in der es erzählt wird, löst Missverständnisse auf und schafft Vertrauten in die Kraft des Lebens.

Gabriele Hoffmann ist Diplom- Pädagogin, Kinderbuch-Expertin und Initiatorin des „Heidelberger Leander“. Auf dieser Seite stellt sie regelmäßig Bücher für Kinder vor.

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