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Er zählt zu den ganz großen Künstlern der Welt: Gustav Klimt (1862–1918). Vor allem in Wien sind seine Werke in Museen zu sehen. Dabei stieß seine Arbeit dort zunächst auf viel Empörung.

Die Besucher stehen vor einem riesigen Gemälde und staunen. Vor lauter Goldfarbe erstrahlt es den ganzen Raum. Manche Leute machen Selfies vor dem Bild, andere verweilen einfach nur für eine Weile und gucken.

Das Bild zeigt ein Paar, einen Mann und eine Frau. Beide tragen lange Gewänder, die golden schimmern. Der Mann hält die Frau in den Armen und küsst sie. Das Bild heißt „Der Kuss“ und wurde von Gustav Klimt gemalt. Der lebte und arbeitete vor über 120 Jahren in der Stadt Wien in unserem Nachbarland Österreich. Bekannt ist der Maler besonders für die Bildnisse von Frauen und die Goldfarbe, die er oft benutzte.

„Klimt hat auch tolle Gemälde mit Landschaften gemalt“, erklärt Fachmann Alexander Klee im Schloss Belvedere in Wien. Dort, im Oberen Belvedere, sind viele Werke von Gustav Klimt ausgestellt. „Es gab eine Zeit, in der er vor allem mit Gold gearbeitet hat. Damals entstanden seine berühmtesten Bilder.“

Besondere Art zu malen

Wie eben „Der Kuss“, der wie ein kostbares Schmuckstück glänzt. Neben Blattgold hat Klimt bei diesem Bild auch Silber und Platin verwendet. Die Leidenschaft für Gold bekam Gustav Klimt von seiner Familie. Bereits sein Vater war von Beruf Goldgraveur. Er brachte also etwa Wörter oder Symbole auf Ringe und anderen Schmuck.

Auffällig an den Bildern von Gustav Klimt ist auch: „Der Hintergrund, Wände, Möbel und Frisuren sind oft flächig und ohne Konturen gemalt“, sagt der Fachmann. Konturen sind die äußeren Linien eines Körpers oder eines Gegenstandes.

Andere Dinge hingegen hat der Künstler viel genauer gemalt. Die Stoffe der Kleider oder auch die Gesichter etwa. Manche Bilder sehen dadurch ein bisschen so aus, als hätte man das Foto von einem Gesicht auf eine bunt bepinselte Leinwand geklebt.

Zu Lebzeiten Gustav Klimts waren viele Leute gegen seine Kunst. Manche Kollegen fanden seine Art zu malen nicht gut. Viele Leute waren von der nackten Haut empört, die sie auf den Bildern sahen. Und diejenigen, die Gustav Klimt für seine Arbeiten bezahlten, waren sauer, weil der Künstler so lange zum Malen brauchte. Oft hat er ein bis zwei Jahre an einem Werk gearbeitet.

Heute betrachtet man den Maler ein bisschen anders. Gustav Klimt zählt zu den berühmtesten Künstlern überhaupt. Auch wenn viele seiner Werke verloren gegangen sind, kann man bis heute noch Gemälde des Künstlers bestaunen. Sie sind auf dem Kunstmarkt viele Millionen Euro wert, ob nun mit oder ohne Goldfarbe. dpa