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Auf den Punkt genau

Archivartikel

Leichtflugzeugbauer wie Felix Frölich lernen in ihrer Ausbildung, worauf es ankommt, damit eine Maschine abhebt. Wichtigste Voraussetzung: das Interesse für Mathematik und Technik.

Papierflieger, Holzmodelle, ein Bausatz aus Kunststoff-Klötzchen: Selbst ein Flugzeug zu bauen, übt auf viele Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus. Wer will, kann das zu seinem Beruf machen. In der Ausbildung zum Leichtflugzeugbauer lernt man alles, was nötig ist, um Segelflugzeuge, Motorsegler und Ultraleichtfluggeräte oder kleine Motorflugzeuge herzustellen.

Bauteile fertigen

Für Felix Frölich lag die Berufswahl nahe: Er ist flugbegeistert, interessiert sich für Technik und ist fasziniert von Maschinen. Inzwischen ist der 20-Jährige im dritten Ausbildungsjahr bei der Firma DG Flugzeugbau in Bruchsal.

Er lernt, Segelflugzeuge und Motorsegler zu bauen und die Ausstattung zu montieren. Auch die regelmäßige Kontrolle aller Bordsysteme und Anlagen gehört dazu. „Faszinierend ist, wie enorm vielseitig und abwechslungsreich der Job ist“, sagt Frölich.

Das fängt schon bei den unterschiedlichen Werkstoffen an, mit denen Leichtflugzeugbauer zu tun haben. Sie verarbeiten unter anderem Metall, Aluminium und Holz. Zunächst erstellen die Fachleute auf Basis von Plänen Schablonen und Modelle. Dann fertigen sie die Bauteile, bearbeiten sie und bringen sie in Form, bevor sie zusammengefügt werden.

Laminieren, Kleben, Fräsen, Schleifen – beim Leichtflugzeugbauer ist handwerkliches Geschick gefragt. Die Ausbildung ist umfangreich. „Auf den Punkt genaues Arbeiten ist extrem wichtig“, erzählt Felix Frölich. Stimmen etwa die Maße für die Bauteile nicht, war alles umsonst – und die Firma hat unter Umständen viel Geld in den Sand gesetzt. Leichtflugzeugbauer brauchen auch ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Wer sich zum Beispiel beim Installieren des Bordsystems nicht gewissenhaft an die Vorgaben hält, riskiert im schlimmsten Fall Menschenleben.

Der Flugzeugbau ist eine internationale Branche: Auftraggeber oder Lieferanten kommen aus der ganzen Welt. Um auf professioneller Ebene kommunizieren zu können, sind Englischkenntnisse für die Auszubildenden sehr wichtig.

Die Tätigkeit fordert immer wieder Kreativität. So können beim Bau eines Leichtfluggeräts Probleme auftreten, die sich vorher nicht abzeichneten. „Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ich mir erst ein Spezial-Werkzeug selbst bauen muss, um in besonders verwinkelte Bauteile eines Geräts zu gelangen und dort zu arbeiten“, erzählt Frölich.

Nach der dreijährigen Ausbildung können Gesellen einen Industriemeister im Bereich Flugzeugbau und Luftfahrttechnik machen. Leichtflugzeugbauer können sich auch mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen. „Einige wandern in den Rennsport oder in die Fertigung der Automobilindustrie ab“, erzählt Stefan Göldner, Marketing-Leiter bei DG Flugzeugbau.

Viele Perspektiven

Frölich zeigt sich offen, was seine berufliche Zukunft angeht. Perspektiven gibt es für ihn genügend. So kann er sich zum Techniker fortbilden. „Danach wird man mehr in die Entwicklung und Produktionsplanung eingebunden“, sagt Göldner.

Es gibt daneben die Möglichkeit, einen Lehrgang zum sogenannten Prüfer der Klasse 3 zu absolvieren. Darauf aufbauend können mehr und mehr Lizenzen erworben werden, die dann den Einstieg in die Wartung und Instandhaltung von Verkehrsflugzeugen ermöglichen.