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Melissa Moverley liebt Kinderbücher – und darüber zu schreiben. Für das Historische Museum der Pfalz Speyer betreibt sie die Internetseite „Kinderzeitkapsel“.

Bestimmt lest ihr nicht nur gerne die Kinderseite dieser Zeitung, sondern liebt auch Bücher. Und seien wir ehrlich: Kinderbücher sind sowieso die besten Bücher – an die erinnern sich auch Erwachsene immer wieder gerne zurück. Wer die 19-jährige Melissa Moverley nach ihren Lieblingskinderbüchern fragt, bekommt erstmal eine lange Verschnaufpause als Antwort. „Ich kann gar nicht alle aufzählen, weil es einfach so viele waren“, sagt sie – und dann sprudelt es aus ihr heraus: „Ich habe gerne alles Mögliche, was mit Rätseln, Geheimnissen und Abenteuern zu tun hatte, gelesen. Zum Beispiel ,Die drei ???’, ,Fünf Freunde’ und, auch von Enid Blyton, die Buchreihe ,The Secret Seven’ (auf Deutsch: ,Die Schwarze Sieben’).“

Fan englischer Bücher

Die 19-Jährige macht seit September ihr Freiwilliges Soziales Jahr Digital (FSJ-digital) im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Ein FSJ können Jugendliche sowie Erwachsene mit einem Schulabschluss bis zu ihrem 27. Geburtstag absolvieren. Dabei arbeiten sie für ein Jahr zum Beispiel in Krankenhäusern oder Kultur- und Sporteinrichtungen mit. Moverley kümmert sich im Museum um ein eigenständiges Projekt: den Blog „Kinderzeitkapsel“. Dort dreht sich alles um die Welt der Kinderbücher: Erwachsene berichten von ihren Lieblingskinderbüchern, es gibt Büchertipps und auch Videos mit Bastel-Anleitungen sind in Planung. „Ich versuche einmal pro Woche einen Beitrag zu posten“, sagt Moverley. In ihrem ersten Beitrag stellt sie das Bilderbuch „Wir gehen auf Bärenjagd“ des englisches Kinderbuchautors Michael Rosen vor: „In diesem Buch begibt sich ein Vater mit seinen Kindern auf Bärenjagd. Auf dem Weg zur Bärenhöhle begegnen ihnen einige Hindernisse, die es zu bewältigen gilt, egal ob hohes Gras, ein Fluss, Schlamm oder sonstige Hürden; die Familie meistert alle. Doch am Ende des Buches wartet eine überraschende Wendung, mit der selbst die Familie nicht gerechnet hatte: Ein Bär, der sich nicht jagen lassen will.“ Ein absolutes Lieblingsbuch der 19-Jährigen: „Das war das erste Buch, das mir für ,Kinderzeitkapsel’ eingefallen ist. Das habe ich mir als Kind immer sehr gerne vorlesen lassen – ausnahmsweise auf Deutsch“, erzählt Moverley, die mit ihren Eltern bis sie sieben Jahre alt war in Beverley, Yorkshire, in England, gelebt hat. Ihr Vater ist Engländer, ihre Mutter kommt aus Deutschland. Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie in Bensheim, denkt aber noch gerne an ihre Kindheit in England zurück, besonders an die dortigen Kinderbücher: „Die sind verspielter, haben mehr Glitzer und mehr Farbe“, schwärmt sie. „Daher werden auf meinem Blog auch Kinderbücher von englischen Autoren eine ganz große Rolle spielen.“

Und warum heißt der Blog „Kinderzeitkapsel“? „Mit Zeitkapseln ist es ja so: Man sammelt Dinge, die für eine Zeit charakteristisch sind und vergräbt diese dann, damit Nachfahren wissen, was für eine bestimme Zeit der Menschen typisch war. Und auf meinem Blog sammle ich eben Kinderbücher und auch Kindheitseindrücke heutiger und früherer Generationen“, sagt Moverley. Eine Altersgrenze gibt es keine. „Der Blog ist für alle, die ein Buch suchen, das sie vorlesen können – egal, ob für die Enkel, die Eltern oder zum Selbstlesen. Und er ist für alle, die interessiert daran sind, was andere so in ihrer Kindheit gelesen haben.“