Kindernachrichten

Das Licht im Dunkeln

Archivartikel

Andreas Pflitsch ist Höhlenforscher. Ein spannender Beruf, der aber auch hohe Konzentration erfordert. Der Wissenschaftler erzählt, weshalb er ohne gute Lampe nichts erforschen kann.

Wenn ich in meinen Höhlen arbeite, habe ich immer Lampen dabei, die alles gut ausleuchten,“ sagt Professor Andreas Pflitsch. Auch der Titel seines Kindersachbuchs lautet daher so: „In der Tiefe gibt es ein Licht“.

Pflitsch ist Professor für Höhlenklimatologie an der Ruhr-Universität in Bochum. Als Gletscher-, Vulkan- und Höhlenforscher ist er aber auch viel unterwegs. Er kennt sich im Eis, im Gletscher und in Lavahöhlen besonders gut aus.

Sein Job ist auch wirklich spannend und manchmal auch ganz schön anstrengend: „In Wyoming in den USA gibt es eine tiefe Eishöhle. Um dort hinzukommen, muss ich erst drei Stunden lang bis auf 2700 Meter hoch klettern. Dabei habe ich 30 Kilogramm Gepäck“, erzählt Pflitsch.

Nie alleine, nur im Team

Bevor der Professor dann in die Höhle hinunter steigen kann, muss er erst einmal seine Kleidung wechseln. „Ich ziehe dann mein warmes Kletterzeug an, denn in der Tiefe sind null Grad. Dann kommt noch mein Steigeisen zum Einsatz und ich muss mich in diese Höhle abseilen.“ Unten angekommen, macht Pflitsch seinen Laptop an und führt Messungen durch, zum Beispiel von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. „Wir sind dann immer zu zweit – meistens aber auch zu dritt unterwegs.“

Seine Lieblingshöhle ist der Autotunnel in Alaska. Er ist 200 Meter lang und im Winter wachsen dort riesige Eissäulen mit Stalagmiten und Stalaktiten.

Schutzhelm ist wichtig

Ein Forscher muss aber auch gut aufpassen! In der Dechenhöhle im Sauerland hatte Professor Pflitsch einmal einen Unfall: „Dort bin ich 1,80 Meter tief hinunter gesprungen und hatte die falschen Schuhe an. Ich war zu bequem zu wechseln. Da habe ich mir die Ferse gebrochen.“ Der Forscher ist aber nie alleine unterwegs –- er arbeitet im Team. Öfters nimmt er auch Studenten mit: „Ich muss immer sehr vorsichtig sein, wo ich hintrete. Ich arbeite immer sehr konzentriert. Denn Lava, Eis und Höhlen können gefährlich werden – für den, der keine Ahnung davon hat. Ich habe stets dicke Schuhe, Schutzkleidung und einen Schutzhelm auf.“

Der Professor hat auch Hobbys: „ Ich fotografiere sehr gerne, lese viele Wissenschaftszeitungen und sammle überall, wo ich bin, hübsche Steine. Die Schönsten gibt es in den Flussbetten von Alaska. Außerdem habe ich noch eine Kakteenzucht und ich interessiere mich für die Astronomie.“