Kindernachrichten

"Das waren tolle Fragen!"

Die Kinder-Reporter haben mit Nina Haink von der Heidelberger Zooschule ein Interview geführt und Spannendes erlebt: Sie waren hautnah bei einer Schlangenfütterung dabei.

Etwa 570 Kilogramm: So viel bringen die 15 Kinder-Reporter zusammen auf die Waage. Bei ihrer Entdeckungstour durch den Heidelberger Zoo haben sie sich auf eine große Industriewaage gestellt, um ihr Gewicht mit dem von Tieren zu vergleichen. So schwer wie ein Elefant sind sie nicht: Der wiegt etwa 5000 Kilogramm. "Davon seid ihr weit entfernt", sagt Nina Haink. Elefantenstark sind dafür die Fragen, mit denen die Nachwuchsjournalisten die Biologin und organisatorische Leiterin der Zooschule löchern. Nina Haink muss kurzfristig für ihre Kollegin Daniela Beckert einspringen, hat aber trotzdem tolle Überraschungen parat: Die Kinder-Reporter dürfen "Wandelnde Blätter" halten - eine Insektenart. Außerdem sehen sie Robbenbabys, die vor zwei Monaten im Zoo auf die Welt gekommen sind. Und sie können hautnah bei der Fütterung der Kornnattern dabei sein. Der Journalistennachwuchs kommt mit Notizbüchern und hält das Erlebte mit dem Handy in Schnappschüssen fest. Nina Haink nach den zwei Stunden: "Das waren tolle Fragen!"

Julian: Frisst die Schlange die Maus auf einmal?

Nina Haink: Ja. Und weil sie eine ganze Maus fressen, werden sie auch nur alle zwei bis drei Wochen gefüttert. Sie sind danach erstmal satt und müssen verdauen.

Nina: Wo kommt bei Schlangen das Kacka raus?

Haink: Die Schlange hat ihren "Popo" an einer Stelle vor ihrem eigentlichen Schwanz. Das ist ein Ausgang für alles und heißt Kloake. Dort kommen auch ihre Eier raus.

Emma: Wie alt ist Bartagame "Wally"? (Tier in der Zooschule, Anmerk. d. Red.)

Haink: Bartagamen sind Schuppenkriechtiere, sie können etwa 15 Jahre alt werden. Unsere Wally haben wir 2009 gefunden. Sie ist vermutlich von ihrem vorigen Besitzer ausgesetzt worden. Deshalb wissen wir leider nicht genau, wie alt sie ist.

Noah: Wie kommt das Känguru-Baby in den Beutel?

Haink: Das Känguru-Baby kommt ganz klein auf die Welt, es ist vielleicht gerade einmal so groß wie ein Gummibärchen. Dann klettert es in den Beutel seiner Mama. Und das Kleine macht das alles aus eigener Kraft. Im Beutel sucht es sich dann eine Zitze, um zu trinken.

Lisa Marie: Wie weit können Kängurus springen?

Haink: Sie können bis zu zehn Meter weit springen. Wenn sie wollten, könnten sie also aus ihrem Gehege hier im Zoo ganz leicht heraus springen. Das würden sie aber nur machen, wenn sie zum Beispiel Angst hätten. Die Kängurus sind hier aber zufrieden und glücklich.

Simon: Haben die kleinen Robbenbabys schon Namen?

Haink: Noch nicht. Wir wissen aber schon, dass es Jungs sind.

Leander: Wie lange sind die kleinen Robben im Bauch ihrer Mama?

Haink: Bis zu 15 Monate - also viel länger als ein Menschenbaby.

Lena: Wie lange können Robben unter Wasser bleiben?

Haink: Das schaffen sie bis zu 20 Minuten lang.

Paul: Seit wann gibt es den Heidelberger Zoo?

Haink: Den Heidelberger Zoo gibt es schon seit 1934.

Tom: Wie viele Tiere gibt es im Heidelberger Zoo?

Haink: 2500 Individuen leben hier.

Nina: Stört die anderen Tiere das laute Muhen von den Kühen?

Haink: Das weiß ich nicht. Aber ich muss zugeben: Mich hat das am Anfang gestört. Den Löwen hört man übrigens auch durch den ganzen Zoo, wenn er mal brüllt.

Nina: Was fressen Schildkröten am liebsten?

Haink: Sie fressen am liebsten das, was nicht unbedingt auch am besten für sie ist. Das ist wie bei uns - zum Beispiel mit Schokolade. Schildkröten lieben rote Früchte, vor allem Erdbeeren.

Lara: Und wenn die Schildkröten Erdbeeren so toll finden, würden sie dann sogar ihr Kind dafür hergeben?

Haink: Tatsächlich kümmern sich Schildkröten gar nicht um ihre Babys. Sie legen ihre Eier ab. Und die werden dann von der Sonne ausgebrütet. Wenn die Schildkrötenbabys schlüpfen, sind sie komplett auf sich alleine gestellt.

Lisa: Warum haben Kamele Höcker?

Haink: Die Höcker sind ihr Vorrat für schlechte Zeiten. Sie speichern darin Fett. Davon können sie zehren.

Emma: Wie alt ist das älteste Tier und wie alt das jüngste?

Haink: Eine der Schildkröten im Zoo ist schon etwa 100 Jahre alt. Vor ein paar Tagen ist eine Inkaseeschwalbe geschlüpft.

Simon: Gibt's bald auch einen zweiten Tiger im Zoo?

Haink: Das hoffen wir. Wir wünschen uns Nachwuchs. Es handelt sich um eine bedrohte Art. Deshalb gibt es einen Wissenschaftler, der ein Zuchtbuch führt, in welchem Zoo welcher Tiger wohnt. Und der entscheidet, wo ein weiterer Tiger einziehen darf. Für uns wurde bislang noch kein passendes Tier gefunden.

Kasper: Wieso haben Löwen eine Mähne?

Haink: Nur die männlichen Tiere bekommen eine Mähne, und auch erst, wenn sie erwachsen sind. Das ist wie beim Menschen: Da hat auch nur der Mann einen Bart.

Julius: Welches Tier ist am intelligentesten von allen?

Haink: Das kann man gar nicht so leicht beantworten, denn: Es kommt darauf an, was intelligent bedeutet. Jedes Tier ist ja auf seine eigene Weise schlau.

Ela: Wer hat den Zoo erfunden?

Haink: Den ersten Zoo gab es Ende des 18. Jahrhunderts in Paris.

Ela: Findest du es gut, dass Tiere im Zoo gehalten werden?

Haink: Ja, denn sonst könnte ich euch so vieles heute nicht zeigen. Und die Zooschule möchte Kindern beibringen, dass Tiere schützenswert sind.

Felix: Kann denn jeder etwas tun, um Tiere und ihren Lebensraum zu schützen?

Haink: Ja. Das ist ein Grund, warum ich hier arbeite. Die Zooschule möchte über den Artenschutz informieren und darüber, was jeder Einzelne für die Umwelt tun kann. Und was Kinder bei uns lernen, erzählen sie weiter - auch an ihre Eltern.

Zum Thema