Kindernachrichten

Die Orang-Utans retten

Benni liebt die rothaarigen Affen über alles. Obwohl er im Rollstuhl sitzt, setzt er sich für die bedrohten Tiere ein. In Indonesien will er einen Wald pflanzen und in Schulen ein Projekt zum Weltklima starten.

Orang-Utans gehören zu unseren engsten Verwandten, doch sie sind vom Aussterben bedroht. Sie leben heute nur noch auf den südostasiatischen Nachbarinseln Sumatra und Borneo. Der Regenwald dort wird immer mehr zerstört. Die rothaarigen Affen verlieren ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage. Das ist ein großes Problem. Doch was könnten wir hier in Europa schon dagegen tun?

Unterwegs als Botschafter

Die Antwort lautet: sehr viel. Und wie das geht, das zeigt Benni Over. Der 29-Jährige aus Rheinland-Pfalz hat sich die Rettung der Tiere zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Und das, obwohl er selbst auf Hilfe angewiesen ist. Denn Benni sitzt im Rollstuhl und braucht Unterstützung beim Atmen. Er kann nur noch seine Finger gebrauchen – und trotzdem hat er schon so viel bewegt.

Mit Rollstuhl und Beatmungsgerät tourt er durch Schulen und Universitäten, Zoos und Buchhandlungen. Allein dieses Jahr hat er in rund 40 Vorträgen anderen Menschen näher gebracht, wie ernst die Situation für die Orang-Utans tatsächlich ist. Und welche Gefahren das auch für das Klima und uns Menschen birgt. Ein Buch und einen Trickfilm hat Benni herausgebracht. Darin erzählt er die Geschichte von dem Affen Henry, dessen Mutter getötet wird und der daraufhin zum Deutschen Bundestag, zu Papst Franziskus und zum Dalai Lama, um für die Rettung seiner Art zu werben. Derzeit arbeitet Benni an der Fortsetzung.

Vor drei Jahren ist Benni mit seiner Familie zu den Orang-Utans nach Borneo gereist und von den Tierschützern und Organisationen vor Ort zum Botschafter der bedrohten Affen ernannt worden. „Sie baten mich, in meiner Heimat, darüber zu berichten, welche Auswirkungen die Zerstörung der Regenwälder hat – nicht nur hier, sondern auf der ganzen Welt“, sagt Benni. „Diese Aufgabe habe ich in voller Überzeugung und mit ganzem Herzen angenommen.“

Vor allem über ein Problem will Benni mit Kindern sprechen: Palmöl. Das ist ein Pflanzöl, das fast in jedem zweiten Supermarktprodukt steckt, etwa in Tiefkühlpizza oder Schokolade. Benni ruft dazu auf, auf Produkte mit Palmöl zu verzichten. Denn die Palmen werden auf den abgerodeten Feldern angebaut, die Heimat der Orang-Utans waren.

Preise und ein Orden

Benni setzt sich auch dafür ein, dass in Indonesien neuer Wald entsteht. Mehr als 500 000 Bäume sollen in der Provinz Sulawesi Utara gepflanzt werden. Insgesamt kostet das 1,1 Millionen Euro. Und mit seiner Spendenkampagne will Benni 100 000 Euro beisteuern. 25 000 hat er schon gesammelt. Und die hat er gerade an seinen guten Freund Willie Smits überreicht – bei der Bambi-Verleihung in Baden-Baden. Dort wurde Willie Smits für seinen Einsatz für die Affen, den Regenwald und den Klimaschutz geehrt. Der gebürtige Holländer hat die heute weltweit größte Orang-Utan-Rettungsorganisation gegründet, die BOSF, Borneo Orang-Utan Survuval Foundation. Natürlich war Benni bei der Feier dabei. Und er selbst hat auch schon viele Preise erhalten. Gerade erst diese Woche hat er den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz verliehen bekommen. Noch viel wichtiger ist es Benni aber, dass den Orang-Utans geholfen wird. Und dass er sein Herzensanliegen noch an viel mehr Menschen herantragen kann. Deshalb will er mit „Jetzt-2050“ eine Aktionsreihe an Schulen umsetzen, damit endlich etwas in Sachen Klimaschutz passiert. Denn Benni sagt immer: „Wer die Orang-Utans rettet, der rettet auch die Menschen.“