Kindernachrichten

Entdecke deine Talente

Archivartikel

Sprache, Musik oder technisches Verständnis: Nicht immer fällt es leicht, die eigenen Stärken zu erkennen und für die Berufswahl zu nutzen. Hobbys können helfen – oder ein Praktikum.

Mit dem Traumberuf ist es so eine Sache. Manche haben schon im Kindergarten eine genaue Vorstellung davon, was sie später einmal machen möchten. Andere wissen auch nach dem Schulabschluss immer noch nicht genau, in welchem Bereich sie arbeiten möchten.

Um eine Entscheidung zu treffen, hilft es, seine eigenen Stärken kennenzulernen und dann nach einem geeigneten Job zu suchen. Das ist allerdings gar nicht so leicht.

Was interessiert mich? Was kann ich besonders gut? Was macht mir Spaß? Um Fragen wie diese zu beantworten, hilft zum Beispiel der Blick auf Schulnoten. Aber auch auf Hobbys.

Lieber kein Bürojob?

Jugendliche, die in ihrer Freizeit am liebsten jede Minute an der frischen Luft und in Bewegung sind, ziehen womöglich körperliche Arbeit einem Bürojob vor. Wer Spaß daran hat, eine Jugendgruppe zu leiten oder andere zu trainieren, kann das als Hinweis für seine Teamfähigkeit sehen. Seit vielen Jahren ein Instrument zu erlernen, spricht mitunter für Durchhaltevermögen und Ausdauer.

Hobbys lassen sich oft positiv in einer Bewerbung verpacken. Aber: Nicht alle Freizeitaktivitäten eignen sich ohne Einschränkungen für den Lebenslauf. Ins Kino gehen oder mit Freunden treffen – diese Hobbys sagen zum Beispiel wenig über die Persönlichkeit aus.

Selbsterkundungstools im Internet können ebenfalls dabei unterstützen, eigene Stärken zu analysieren. Am Ende eines solchen Tests werden Berufsfelder genannt, in denen die ermittelten Interessen gefragt sind. Das Internetportal „BERUFE Entdecker“ ist beispielsweise ein guter Ausgangspunkt.

Junge Leute können heute zwischen Hunderten von Ausbildungen wählen. Zu oft folgen Jugendliche jedoch Klischees und schränkten deswegen ihre Berufswahl ein. Dabei gibt es nicht nur Verkäuferin oder Informatiker, sondern etwa auch Schifffahrtskauffrau und Süßwarentechnologe.

Mädchen zum Beispiel wollen immer öfter Fachinformatikerin werden. Zwischen 2016 und 2018 ist der Beruf in der Beliebtheitsliste bei den Mädchen von Platz 41 auf Platz 33 geklettert. Auch der weiterhin unangefochtene Lieblingsjob bei jungen Männern, Kraftfahrzeugmechatroniker, ist bei den jungen Frauen in der Beliebtheit gestiegen und hat sich in der Rangliste von Platz 43 auf Platz 36 vorgeschoben. Mehr Jungen entscheiden sich dafür, zahnmedizinischer Fachangestellter zu werden oder Friseur.

Auch wenn sich die Rollenbilder langsam zu ändern scheinen, ganz vorne auf der Beliebtheitsskala der Berufe ist die Verteilung im Moment immer noch klassisch: Junge Frauen haben 2018 am häufigsten eine Ausbildung zur Bürokauffrau, zur medizinischen oder zahnmedizinischen Fachangestellten, zur Einzelhandelskauffrau oder Verkäuferin begonnen. Männliche Azubis strebten in die Autowerkstätten, wollten Elektroniker oder Informatiker werden oder Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik.

Ein kleines bisschen Mut

Wenn man sich mit Berufen und den eigenen Fähigkeiten eingehend beschäftigt hat und immer noch nicht sicher ist, kann man zum Beispiel in einem Praktikum oder einem Ferienjob einfach ausprobieren, ob ein Job einem Spaß macht – oder doch so gar nichts für einen ist.

Und: Es ist ja auch nicht so, dass jede Begabung bereits beim Berufseinstieg vorhanden sein muss. Viele Fähigkeiten können auch noch während einer Anstellung oder eines Studiums erlernt werden. Dafür braucht es Disziplin – und manchmal auch ein wenig Mut. ble/dpa