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Ganz genau hinschauen

Wie kommt die Gewürzgurke ins Glas? In vielen Schritten, wissen Lebensmitteltechniker. Wer in diesem Job arbeiten will, muss Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft für Lebensmittel mitbringen.

Ihre Arbeit beginnt beim Wareneingang. Da wo, große Ladungen der Rohware ankommen – sei es Getreide, Fleisch, Kakao. Oder riesige Wannen voll kleiner Gurken. Fachkräfte für Lebensmitteltechnik kümmern sich darum, dass aus diesen Nahrungsmitteln verkaufsfertige Produkte werden – die man dann im Supermarkt-Regal findet.

Grüne Arbeitskleidung

Bis 1980 hieß der Ausbildungsberuf noch Obst- und Gemüsekonservierer. Und um konserviertes Gemüse geht es im Berufsalltag von Tina Pabst noch immer. Die 27-Jährige ist Auszubildende beim Feinkosthersteller Kühne im Werk Schweinfurt. In ihrer grünen Arbeitskleidung, die Haare sicher unter einem Netz verstaut, begleitet sie Gemüse von der Rohware bis ins verschraubte Glas.

Davor hat Tina Pabst bereits eine Ausbildung zur Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk gemacht. Die Arbeit als Fachkraft für Lebensmitteltechnik gefällt ihr aber besser. „Man muss sehr genau arbeiten, um gute Qualität herzustellen“, erzählt sie.

Deswegen gibt es viele Regeln und Strukturen. Das muss man wissen. Wer den Beruf erlernen möchte, dem sollte auch der Umgang mit Maschinen und Technik liegen, denn deren Einsatz wird in Zukunft noch zunehmen.

Die Ware wird erst einmal genaustens unter die Lupe genommen. Nach hohen Standards beurteilen die Fachkräfte, was zur Weiterverarbeitung zugelassen wird. „Wir verlesen die Gurken, krumme und stückige werden aussortiert und als geschnittene Ware weiterverarbeitet“, erzählt Horst Hofmann, der beim Feinkosthersteller Kühne für die Ausbildung zuständig ist.

Danach machen die Gurken ihren Weg durch die Produktionslinien. Sie werden gewaschen, vorblanchiert, mit Essig aufgegossen, abgefüllt und eingekocht. Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik haben ein Auge darauf, dass an allen Maschinen und Stationen die Parameter und Temperaturen zur Verarbeitung des Lebensmittels richtig eingestellt sind, erklärt Hofmann.

Verpackt und etikettiert

Und davon gibt es viele: Die Schneidemaschine, die Waagen oder die Aufgussstation zum Beispiel. Damit am Ende ein einwandfreies Produkt in den Handel kommt, begleiten die Fachkräfte auch die Etikettierung und Verpackung der Produkte.

In der Berufsschule lernen die Auszubildenden alles, was sie zu Lebensmitteln wissen müssen. „Es geht zum Beispiel um Vitamine und Enzyme oder Mikrobiologie“, erzählt Tina Pabst. Auf ihrem Stundenplan stehen auch noch Fächer wie „Herstellen von Getränken“, „Reinigung und Desinfektion der Maschinen“ oder „Gewürze, Kräuter und Aromen“.

Die Lebensmittelproduktion findet oft im Schichtbetrieb statt. So muss auch Pabst bei Kühne entweder frühmorgens oder nachmittags anfangen – je nach Schicht.

Die Ausbildung zur Fachkraft Lebensmitteltechnik steht in der Regel allen offen – ein bestimmter Schulabschluss ist nicht vorgeschrieben. „Viele Azubis haben aber einen Realschulabschluss.

Tina Pabsts Plan ist es, zunächst ihre Abschlussprüfung gut zu bestehen. Später kann sie sich vorstellen, als Linienführerin bei Kühne zu arbeiten und weiter Berufserfahrung zu sammeln.