Kindernachrichten

„Ganz viel zu entdecken“

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Laura Bednarski hat schon als Kind oft und gerne gemalt – und daran hat sich nichts geändert. Heute ist sie 25 Jahre alt und hat ihr erstes Bilderbuch für Kinder veröffentlicht.

Ein Bär will einen Garten anlegen. Und das mitten im Wald. Er gibt sich viel Mühe, doch am Ende geht alles in die Hose. Schuld daran sind die Tomatendiebe und Salatanknabberer, die der Bär bei seinem Plan nicht auf dem Schirm hatte. Im Interview erzählt Laura Bednarski, die Malerin und Autorin des Buches, warum es unbedingt ein Bär sein musste, der einen Garten anlegt, und auf was man beim Zeichnen achten muss.

Haben Sie sehr viel geübt, um so eine gute Zeichnerin zu werden?

Laura Bednarski: Ja, ich habe dafür sehr, sehr viel geübt. Wenn ich mir die Sachen anschauen, die ich vor ein paar Jahren gemalt habe, denke ich: Oh mein Gott! Was habe ich denn da gemacht? Ich musste auch lange üben und ausprobieren, bis ich bei meinen Bilder gedacht habe: So, das kann ich anderen Leuten zeigen. Als Illustrator übt man eigentlich immer weiter und lernt ständig neu dazu.

Haben Sie schon als Kind angefangen mit dem Zeichnen?

Bednarski: Ja, wie die meisten Illustratoren. Ich habe als Kind immer viel gemalt und gezeichnet. Ich hatte immer einen kleinen Malkoffer dabei und meine Eltern mussten mich damit nur in eine Ecke setzen und hörten stundenlang kein Wort von mir.

Wie kamen Sie auf die Idee, dass ein Bär im Wald einen Garten anlegt?

Bednarski: Ich interessiere mich für Gärten, auch wenn ich leider keinen eigenen habe. Aber ich hatte immerhin einen recht großen Balkon, auf dem ich im Sommer viel angepflanzt habe. Eines abends saß ich mit einem Freund zusammen auf dem Balkon und wir haben nach einer neuen Bilderbuchidee gesucht. Schnell war uns klar: Es sollte irgendwas mit Gärtnern und mit Waldtieren sein. Der Bär ist ein Waldbewohner, und noch dazu ein bisschen tollpatschig. Das hat super gepasst!

Wie lange haben Sie gebraucht, um das Buch zu malen und zu schreiben?

Bednarski: Puh, das ist schwer zu sagen. Ich habe auch vieles immer wieder neu gemalt. Aber so ein halbes Jahr hat es schon gedauert.

Worauf muss man achten, wenn man für Kinder zeichnet?

Bednarski: Ich glaube, am wichtigsten ist es, die Kinder nicht zu unterschätzen. Bei manchen Bilderbüchern habe ich das Gefühl, dass sie wirklich super einach sind. Und man sollte mit ein bisschen Witz an die Sache herangehen, dann haben die Eltern auch was zum schmunzeln. Auf den Seiten habe ich ganz viel zu entdecken eingebaut, viele Details, dann blättert man nicht so schnell um und verweilt länger auf einer Seite.

Und beim Schreiben?

Bednarski: Bilderbücher haben ja in der Regel nicht viel Text, deshalb muss man als Autor die Sache in kurzen Sätzen schnell auf den Punkt bringen.

Haben Sie einen Tipp, worauf man beim Zeichnen achten sollte?

Bednarski: Wenn ich mir ganz viel Mühe für ein Bild geben möchte, dann zeichne ich mit Bleistift kurz vor. Ich bringe erst einmal alles in Ordnung und danach lege ich mit der Farbe los.