Kindernachrichten

„Gebt nicht auf!“

Archivartikel

Anna Lott ist Kinderbuchautorin und hat mit „Lilo von Finsterburg“ eine ganz besondere Heldenfigur erfunden. Im Interview erzählt sie, warum sie das Schreiben liebt und wo ihre Ideen herkommen.

Kürzlich ist der dritte Band von „Lilo von Finsterburg“ erschienen. Im Interview erzählt euch die Autorin, was ihr von Lilo lernen könnt. Und unten rechts auf dieser Seite gibt sie Tipps, wie eine coole Geschichte gelingen kann.

Hallo Anna Lott, du bist Kinderbuchautorin. Wie wird man das?

Anna Lott: Machen, machen, machen! Und sich vor allem nicht entmutigen lassen, wenn jemand sagt „Das ist unmöglich, vom Schreiben kann man nicht leben.“ Das stimmt nämlich nicht.

Hast du dir schon als Kind eigene Geschichten ausgedacht?

Lott: Ja. Ich habe schon früh mit Begeisterung Bücher gelesen und sehr viel Tagebuch geschrieben. Darin habe ich notiert, was ich mir wünsche, wovon ich träume und einmal habe ich sogar ein Haarbüschel meiner besten Freundin hineingeklebt, als Erinnerung.

Wie bist du auf die Idee zu der Figur Lilo von Finsterburg gekommen?

Lott: Ich wollte von einem normalen Mädchen erzählen, das eine höchst seltsame Familie hat. Lilo‘s Mama ist eine Hexe und ihr Vater ist ein Vampir. Außerdem gibt es da noch den Kater Fräulein Rüdiger, der glaubt, dass er eine gefährliche Hundedame ist. Ich mag Kuriositäten, die zwar ausgedacht, aber unserem Alltag nicht ganz fremd sind.

Was meinst du: Warum kommen deine Lilo-Geschichten so gut an?

Lott: Bei Lesungen mache ich oft die Erfahrung, dass die Zuhörer bester Laune sind – sowohl Kinder als auch Erwachsene. Von daher gehe ich davon aus, dass es der Humor und eine große Portion Lebensfreude ist, die so begeistern.

Lässt sich mit Lilo etwas lernen?

Lott: Lilo hat eine heitere, zuversichtliche Grundhaltung, sie ist also mit einem grundsätzlich großen Optimismus ausgestattet. Diese Haltung findet man bei den meisten meiner Figuren. Ich schreibe nicht, um Kindern etwas beizubringen. Aber vielleicht lernen sie mit meinen Figuren ja das: Gebt nicht auf, verliert nicht den Mut – für jedes Problem gibt es eine Lösung.

Wolltest du schon immer Kinderbuchautorin werden?

Lott: Ich wollte zwar als kleines Mädchen Schauspielerin und Tierärztin werden, aber immer auch Autorin. Bis ich soweit war, habe ich eine Menge über das Geschichtenschreiben gelernt. Ich habe Theater- und Literaturwissenschaften studiert, im Fernsehen und Radio als Journalistin gearbeitet, viel Theater gespielt und eine Drehbuch- sowie eine Clownsausbildung gemacht. Vor sechs Jahren habe ich mir dann gesagt: „So, jetzt mache ich das Schreiben zu meinem Haupt-Beruf.“ Das war eine der besten Entscheidungen meines Lebens.

Hast du Angst, dass dir irgendwann mal die Ideen ausgehen könnten?

Lott: Nein, das nicht. Die sprudeln bei mir ständig – in der Nacht, beim Aufwachen, wenn ich Freunde treffe oder Sport mache. Meine Befürchtung ist eher die, dass mir die Worte für meine Ideen fehlen, also, dass ich nicht das ausdrücken kann, was ich tatsächlich meine.

Findest du Bücherschreiben anstrengend?

Lott: Ein Buch zu schreiben ist auf jeden Fall Arbeit. Ich vergleiche es immer mit Sport: Er ist anstrengend und mit mancher Durststrecke verbunden, aber macht zugleich höllisch Spaß. Vorausgesetzt, man mag Sport!

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