Kindernachrichten

Gefühle erraten

Dieses herrliche Spiel kannten sicher schon die alten Römer, vermutlich haben sogar die Höhlenmütter der Steinzeit ihre Babys mit diesem einfachsten Vergnügen unterhalten: „Kuckuck-Spiel“ nennt man es bei uns. Man braucht dafür nur zwei freie Hände, die vors Gesicht gelegt beim Kind das wecken, was die Triebfeder von Lebendigkeit ist: seine Neugierde und seine Lust auf überraschende Wendungen.

Kinder wollen immer wissen, was sich hinter Verborgenem versteckt, und sie lechzen danach, dass die Hände sich öffnen und das Gesicht eines Freundes sichtbar wird. Dieses Jauchzen, diese Freude sollte man sich viel öfter gönnen. Mit „Affenspaß“ können wir eine Variante kennenlernen: Hier gilt es nicht nur zu gucken, sondern auch darum, Mimik zu lesen: Ist jemand glücklich oder traurig, mutig oder ängstlich, lustig oder zornig?

Noch einige Rätsel mehr können so entschlüsselt werden. Dabei kommt man lachend miteinander ins Gespräch, spielt zusammen, und ganz sicher ist man dabei restlos glücklich, denn man vergisst die Welt und lernt trotzdem so viel: Wie drücken wir unsere Gefühle aus und wie werden sie von anderen verstanden.

Gabriele Hoffmann ist Diplom- Pädagogin, Kinderbuch-Expertin und Initiatorin des „Heidelberger Leander“. Auf dieser Seite stellt sie regelmäßig Bücher für Kinder vor.

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