Kindernachrichten

Jede Menge Musik

Wer im Internet über bestimmte Apps Musik hört, hat eine riesige Auswahl. Auch für Bands sind Seiten wie Spotify und Deezer sehr wichtig geworden. Zwei Musiker erzählen von ihren Erfahrungen.

Jeden Monat ein bisschen Geld zahlen und dafür alle Musik der Welt hören können: Das klingt nach dem Traum aller Musik-Fans. Möglich machen das verschiedene Plattformen im Internet. Man nennt sie auch Streaming-Dienste (dabei wird Musik übers Internet direkt auf den Computer oder das Handy übertragen).

Vielleicht hört ihr in deiner Familie auch Musik über Apps wie Spotify, Deezer oder Apple Music. Aber wie genau funktioniert das eigentlich? Und was halten die Musikerinnen und Musiker davon?

Ein Mitarbeiter der Firma Spotify erklärt: Die Musik von Bands und Musikern wird an die Plattform übermittelt. Für etwa zehn Euro im Monat kann man sich die Musik unbegrenzt anhören. Außerdem verdient die Firma Geld daran, dass andere Unternehmen auf Spotify Werbung für sich machen. Ein Teil der Einnahmen von Spotify kommt am Ende wieder bei den Bands und Musikern an.

Verena Roth und Florian Erlbeck machen als Die Muckemacher Musik für Kinder und Erwachsene. Florian Erlbeck findet: „Spotify ist eine tolle Plattform, um viele Leute zu erreichen.“ Denn: „Wenn du einen bestimmten Geschmack hast, wird dir ein ähnlicher Künstler vorgeschlagen.“ So könne man neue Musik entdecken. Auch unbekannte Bands hätten also die Chance, gehört zu werden. Und wem die Musik im Internet gefällt, der kommt vielleicht auch zum Konzert.

Die Muckemacher freuen sich, dass viele Leute ihre Musik auf verschiedenen Plattformen anhören. Sie sehen aber auch ein Problem. Denn mit solchen Diensten genug Geld zu verdienen, ist schwierig. Wie viel Geld Musiker genau bekommen, ist je nach Plattform verschieden. Außerdem geht das Geld oft erst über Umwege an die Künstler.

Insgesamt gilt: Wenn sich jemand ein Lied anhört, bekommen Musiker dafür häufig weit weniger als einen Cent. Es kann also sein, dass ein Lied mehrere Hundert Mal abgespielt werden muss, um damit einen Euro zu verdienen. Verena Roth findet: Im Vergleich zu einer CD sei das viel zu wenig. Eine CD kostet ungefähr 15 Euro.

Die Muckemacher haben zwar längst nicht so viele Hörer wie die großen Stars. Wenige sind es aber auch nicht: In den vergangenen Jahren sei ihre Musik schon über 500 000 Mal auf Spotify angehört worden, sagen sie. Trotzdem bekämen sie pro Monat nur etwas mehr als acht Euro. „Ich könnte mir für das Geld also nicht mal ein Abo bei Spotify leisten“, sagt Florian Erlbeck. Um von ihrer Musik leben zu können, brauchen sie also noch andere Einnahmen, zum Beispiel durch Konzerte. dpa