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Jeder soll spenden

Archivartikel

Manchmal werden Organe krank. Und nicht immer können Ärzte sie wieder heilen. Was sie aber tun können, ist, ein krankes Organ durch ein gesundes zu ersetzen. Das nennt man dann Transplantation. Kranke Menschen können so wieder gesund werden.

Aber woher kommt das neue, gesunde Organ? Es muss gespendet werden – von einem anderen Menschen. Das kann auf zwei Arten geschehen: Es ist möglich, dass jemand eine Niere oder einen Teil seiner Leber spendet. Er kann dann trotzdem ganz normal weiterleben. Ohne ein Herz kann aber niemand überleben. Es kann also nur gespendet werden, wenn jemand schon tot ist.

Wenig Bereitschaft

Viele kranke Menschen warten auf eine solche Organspende. Doch die Zahl derjenigen, die ihre Organe nach dem Tod spenden, ist nicht einmal annähernd gleich hoch. Deshalb wird derzeit viel darüber diskutiert, wie man es schaffen kann, dass mehr Menschen bereit dazu sind.

Jens Spahn ist Bundesgesundheitsminister. Er möchte, dass es eine sogenannte Widerspruchslösung gibt. Das bedeutet, dass jeder automatisch als Organspender gilt – außer man selbst oder ein Angehöriger widersprecht ausdrücklich.

Bisher ist das in Deutschland anders geregelt: Das Entnehmen von Organen ist nur möglich, wenn jemand von sich aus zugestimmt hat und zum Beispiel einen Spendeausweis besitzt.

Gute Aussichten auf Erfolg

In dem Ausweis ist nicht nur vermerkt, ob man generell mit einer Organspende einverstanden ist, sondern auch, wenn es etwa nur um bestimmte Organe geht. Den Ausweis bekommt man kostenlos bei der Bundeszentrale der Deutschen Herzstiftung sowie in vielen Arztpraxen und auch Apotheken.

In vielen europäischen Ländern gilt bereits die von Spahn geforderte Wiederspruchslösung – etwa in Frankreich, Italien oder Spanien. Manche Menschen verunsichert das Thema aber sehr. Befürworter sagen: Wer nicht mehr lebt, braucht auch seine Organe nicht mehr – kann aber einem anderen Menschen vielleicht das Leben retten.

Das zur Verfügung stehende Organ muss natürlich auch zu dem neuen Körper passen. Ärzte müssen vor einer Transplantation also herausfinden, ob das Organ funktionieren kann wie es soll. Damit der Körper es annimmt, nehmen die Patienten auch Medikamente ein. Generell haben Transplantationen aber gute Aussichten auf Erfolg – und der Mensch kann mit dem neuen Organ gut leben.