Kindernachrichten

Kommt das Christkind oder der Weihnachtsmann?

Archivartikel

In Deutschland gibt es zwei Gabenbringer an Heiligabend. Sie teilen sich ihre Aufgaben abhängig von unserem Wohnort und unserer Konfession.

In Büchern oder Filmen ist der Weihnachtsmann allgegenwärtig. Er wird meist als pausbäckiger Opa mit weißem Bart und rotem Mantel dargestellt. Doch in katholischen Regionen schreiben Kinder ihren Wunschzettel an das Christkind. In evangelischen Gegenden geht der Brief dagegen meist an den Weihnachtsmann.

Abkehr vom Nikolaus

Beide Figuren entstanden durch die Teilung der Katholischen Kirche: Martin Luther warf vor 500 Jahren dem Papst vor, Vorschriften zu machen, die so gar nicht in der Bibel stehen würden. Bis zum Mittelalter hinein wurden Kinder ausschließlich vom Nikolaus am 6. Dezember beschenkt. Luther forderte aber, nur Weihnachten, also die Geburt des „Heiligen Christ“ zu feiern. Also wurden die Geschenke von nun an am Weihnachtsfest gebracht – und zwar vom Christkind in Engelsgestalt. Der Weihnachtsmann hat keinen biblischen Hintergrund. Er geht auf eine Coca-Cola-Werbung aus dem Jahr 1932 zurück.

Wie Geschwister teilen sich Christkind und Weihnachtsmann heute ihre Aufgaben. Der Weihnachtsmann schenkt an Heiligabend im Norden und Osten Deutschlands, das Christkind im Süden – zum Beispiel auch in Baden-Württemberg. soge