Kindernachrichten

Mit Feuereifer dabei

Was wäre ein Actionfilm ohne funkensprühende Explosionen oder ein Auftritt der Lieblingsband ohne Konfettikanone? Für diese Spezialeffekte sorgen Pyrotechniker wie Andreas Tügel.

Andreas Tügel hat schon als Kind immer sehr gerne experimentiert: Feuer war und ist seine große Leidenschaft geblieben. Er erinnert sich an diese Zeit zurück: „Wenn bei den Pfadfindern ein Lagerfeuer gemacht oder der Kamin angezündet wurde, war ich stets zur Stelle. Sylvester wurde bei uns zu Hause in München ordentlich geknallt und es gab tolle Feuerwerke am Himmel zu sehen. Das hat mich ganz schön fasziniert.“ In der Schule ging es dann für ihn auch so ähnlich weiter: „Im Physikunterricht haben wir mal Raketen gebastelt. Das fand ich klasse und war mit Feuereifer dabei.“

Tagelanges Aufbauen

Aus dieser Leidenschaft hat er dann später seinen Beruf gemacht: Der 42-Jährige sorgt für Spezialeffekte bei spektakulären Film- und Fernsehaufnahmen („Alarm für Cobra 11“ auf RTL oder „Nicht nachmachen“ auf ZDF), begleitet Bands („Sportfreunde Stiller“) auf der Bühne und setzt dabei seine Konfettikanonen und Flammenanlagen ein. „Bis es aber so weit ist, braucht es oft viele Wochen an Vorbereitungen“, erklärt Andreas. „Was im Film meist nur wenige Sekunden zu sehen ist, bedeutet für die Pyrotechniker häufig stunden- oder gar tagelanges Aufbauen.“

Los ging es für Andreas schon während seiner Schulzeit: „Mit 14 Jahren durfte ich ein Schülerpraktikum beim Bayerischen Fernsehen machen und schnupperte mal kurz in verschiedene Berufe hinein“, sagt er. „Danach verbrachte ich meine gesamten Schulferien bei den Pyrotechnikern in den Münchner Fernsehstudios.“

Dadurch bekam Andreas im Laufe der Zeit immer wieder neue interessante Jobs, so dass er auch verschiedene Lehrgänge besuchen konnte: Großfeuerwerker-, Filmpyrotechniker-, Bühnenpyrotechniker-, und Herstellerkurse. Für ihn gab es daraufhin viel Arbeit: „Ab 1996 habe ich bei verschiedenen Fernsehproduktionen mitgearbeitet und auch viele Stunts gemacht“ – unter anderem bei „Aktenzeichen XY ungelöst“ oder Filmen der „Tatort“-Reihe. Vor einigen Jahren gründete Andreas seine eigene Firma. Zu seinem kleinen Unternehmen gehören fünf Pyrotechniker, große Lagerhallen, in denen Flammen- und Zündanlagen sowie sonstige Spezialeffektmaschinen untergebracht sind und ein extra Bunker, in dem hochexplosive Stoffe lagern.

Für Andreas ist kein Arbeitstag wie der andere. „Das klassische Feuerwerk ist nicht mehr so gefragt. Ich muss mir jeden Tag etwas Neues ausdenken“, sagt er.