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Ohne Papier geht nichts

Archivartikel

Von Papyrus bis zum Buchdruck, vom Notizzettel bis zum Taschentuch: Papier hat eine lange und spannende Geschichte. Und bis heute spielt es eine mächtige Rolle in unserem Leben.

Wer von euch liest gerne? Es gibt so viele Bücher mit spannenden Geschichten! Und wer selber gerne Geschichten erfindet, kann diese auf Papier schreiben. Das ist für uns heute selbstverständlich. Doch wie begann das alles einmal?

Schon vor 5000 Jahren beschrieb man feuchte Tontäfelchen und brannte sie in Öfen, damit sie unzerstörbar wurden. Das war in Mesopotamien, etwa im heutigen Syrien und Irak.

Ein langer Prozess

Die Ägypter schrieben auf Papyrus – eine Art Papier, das man aus dem Mark der Stängel einer Schilfpflanze gewann. Es wurde zu langen Rollen verklebt, die sich im trockenen Klima bis heute erhalten haben. Die Römer benutzten auch Papyrus. Sie ritzten ihre Schriften mit einem Griffel auf Holztäfelchen, die mit Wachs beschichtet waren. Die Wachstafeln wurden am Rücken zusammen geschnürt. Die Römer nannten diese Büchlein Kodex.

Daraus entwickelte sich später unsere Buchform. Etwa 263 vor Christus ließ Eumenes von Pergamon aus Tierhäuten einen neuartigen Beschreibstoff anfertigen: das Pergament. Viele Tiere mussten dafür ihr Leben lassen.

Die ältesten Schriften aus China sind fast 4000 Jahre alt. Dort schrieb man auf Bambusstreifen oder später auch auf Seide. Die Chinesen erfanden bereits vor über 2000 Jahren eine Methode zur Papierherstellung aus Pflanzenbrei.

Die Araber nahmen alte Kleider, die zu Lumpen verarbeitet und in Wasser eingeweicht wurden. In Europa schrieb man im Mittelalter vorwiegend auf Pergament. Die Mauren brachten die Papiererzeugung auf ihrem Eroberungszug schließlich nach Spanien, von wo aus sie sich dann in ganz Europa verbreiten sollte. So begann auch bei uns die Papierherstellung. Alte Leinenstoffe zerkleinerte man in Papiermühlen, gab Wasser hinzu und vermischte es zu einem Brei.

Der Papiermacher schöpfte ihn mit einem Sieb ab und ließ das Wasser abtropfen und das Blatt auf einem Sieb trocknen. Normale Bürger konnten kein Papier kaufen, da es viel zu teuer war. Außerdem konnte ja auch niemand lesen und schreiben. Das war nur den Königen, Kirchenmännern und reichen Leuten vorbehalten. Latein war die vorherrschende Sprache der Gebildeten. In den Klöstern schrieben die Mönche mit der Hand die Bücher der Bibel ab und verzierten sie mit kostbaren Zeichnungen.

Eine weltbewegende Erfindung machte Johannes Gutenberg aus Mainz um 1445. Er war ein Gold- und Silberschmied, der Schmuckstücke herstellte. Da kam ihm die Idee, aus Metall kleine Buchstaben zu gießen, die man mit Farbstoff bestrich und als Stempel verwendete. Für jeden Buchstaben des Alphabets machte er sich mehrere Stempel und Satzzeichen, klemmte diese in der richtigen Reihenfolge in eine Holzleiste und druckte damit einen Satz. In einem Holzrahmen ordnete er alles zu einer ganzen Buchseite an. Der Buchdruck war erfunden. Das war wirklich eine Sensation!

Massenware

Als im 19. Jahrhundert immer mehr Menschen lesen konnten, weil es mehr Schulen für alle gab, wuchs auch die Nachfrage nach Büchern. Nun musste ein anderer Rohstoff her. Man entdeckte, dass Papier aus Zellulosefasern besteht, die auch im Holz vorkommen. Seitdem gewinnt man Papier aus Holz. In Frankreich und England erfand man verbesserte Papiermaschinen. Nun ratterten in den großen Druckereien die von Dampfmaschinen angetriebenen Druckerpressen. Durch die Massenproduktion wurden Bücher billiger und für jeden käuflich.

Heute überwacht die Computertechnik die Herstellung des Papiers und auch den Druck. Ein Problem ist jedoch, dass wir inzwischen täglich so viel Papier verbrauchen, dass stündlich eine Regenwaldfläche von 500 Fußballfeldern allein für die Herstellung von Papierprodukten zerstört wird. Deshalb sollten wir alle Papier sparen – so oft wie möglich.