Kindernachrichten

Viele Tasten, tolle Töne

Archivartikel

Tessa spielt Saxofon. Sie hat sogar schon Preise bei Wettbewerben gewonnen. Das Instrument ist nicht schwer zu erlernen, findet die 14-Jährige. Wir haben sie bei ihrem Unterricht in der Musikschule Mannheim besucht.

Es hat einen Körper aus Metall – und zählt dennoch zu den Holzblasinstrumenten: das Saxofon. Allein das macht das Instrument schon ziemlich interessant, oder? Die Auflösung ist aber recht einfach: Die Töne werden mithilfe eines Rohrblattes erzeugt, das sich im Mundstück des Instruments befindet. Wenn es angeblasen wird, versetzt die Luft es in Schwingungen – man hört einen Ton. Und weil dieses Rohrblatt meist aus Schilfrohr, also aus einem holzähnlichen Stoff besteht, gehört das Saxofon nicht zu den Blechblasinstrumenten, sondern zu den Holzbläsern.

Wie mit einem Grashalm

Darüber hinaus kann das Saxofon aber noch einiges mehr. Was sich damit so alles anstellen lässt, weiß Tessa Certa aus Mannheim sehr gut. Die 14-Jährige spielt seit sechseinhalb Jahren Saxofon. Und das sehr erfolgreich: Sie hat etwa 2015 beim Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ den ersten Platz belegt, ist im Jugendsinfonieorchester Mannheim aufgetreten und spielt regelmäßig in der Bigband ihrer Schule.

„Die Töne sind leicht zu lernen“, sagt Tessa. „Wenn man denn erst einmal verstanden hat, wie man reinpusten muss.“ Die Technik vergleicht ihr Lehrer an der Musikschule, Bernd Ballreich, mit dem Pfeifen auf einen Grashalm. Wenn Tessa das Mundstück in den Mund nimmt, dann legt sie ihre Schneidezähne vorne auf die schräge Fläche. Ihr Unterlippe zieht sie leicht über ihre untere Zahnreihe nach innen und drückt sie so gegen das Blatt.

Löcher und Klappen

Das ist aber natürlich noch nicht alles. Um mehrere Töne am Stück und damit auch ein ganzes Musikstück zu spielen, muss Tessa die richtigen Tasten betätigen. Das funktioniert im Prinzip ganz ähnlich wie bei einer Blockflöte, wie Ballreich erklärt: Sind alle Löcher zu, erklingt der tiefste Ton. Der Unterschied ist nur, dass man beim Saxofon die Löcher nicht mit den eigenen Fingern schließt, sondern diese je nach Tastenkombination mit Klappen abgedichtet werden.

Es gibt das Saxofon in verschiedenen Größen: vom kleinsten, dem Sopranino, bis zu den größeren wie Basssaxofon oder Kontrabasssaxofon. Tessa hat ein Altsaxofon. Sie könnte aber auch jedes andere Saxofon in die Hand nehmen und sofort darauf spielen. „Die Griffe sind bei allen gleich“, sagt ihr Lehrer.

Wenn man sich Tessas Saxofon anschaut, dann stellt man fest, dass es „konisch“ ist, also das Rohr zum Ende hin größer wird. Außerdem ist es gebogen – allerdings nur, weil es sonst „schlicht zu lang wäre“, sagt Ballreich. Und Tessa es nicht gut halten könnte. Beim Spielen befestigt sie ihr Instrument außerdem an einem Tragriemen, den sie sich um Rücken und Schulter geschnallt hat. Zwei bis drei Mal in der Woche übt Tessa, die die zehnte Klasse im Mollgymnasium besucht. „Ich überlege, das Fach Musik im Abitur zu nehmen.“

Das Saxofon ist noch recht jung: Der Belgier Adople Sax hat es 1840 erfunden – daher hat es auch seinen Namen. Heute ist es ein sehr beliebtes Instrument. „Im Bläserbereich haben wir um die tausend Schüler“, erzählt Bernd Ballreich. Sie spielen Blechblasinstumente wie Trompete, Euphonium, Horn und Tuba sowie Holzblasinstrumente wie Flöte, Klarinette und Oboe – und Saxofon. „Das Instrument ist bei uns stark vertreten“, sagt der Musikschullehrer.

Das habe auch damit zu tun, dass mit dem Saxofon vieles geht, was mit anderen Instrumenten nicht so gut funktioniert. Das Saxofon passt nämlich zu einer Orgel genauso gut wie zu Gitarrenrock und ist in der Jazzmusik so richtig berühmt geworden. Und Tessa? Sie spielt gern klassische Stücke. „Deshalb bin ich vielleicht nicht so die typische Saxofon-Spielerin“, sagt sie und grinst.