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Warten auf Weihnachten

Archivartikel

Bis zur Bescherung am 24. Dezember dauert es noch ein bisschen und bis dahin versüßen euch verschiedene Adventskalender die Zeit. Doch woher kommt dieser Brauch?

Bald ist Weihnachten – nämlich am 25. und 26. Dezember. Und dann steht das Christkind vor der Tür. An Heiligabend, also am 24. Dezember, dürft ihr schon eure Geschenke auspacken. Um das Warten darauf zu versüßen, schenken euch eure Eltern, oder Oma und Opa, einen Adventskalender. Der ist dann gefüllt mit euren Lieblingsspielsachen oder mit leckerer Schokolade. Das erste Türchen eures Kalenders habt ihr sicher schon geöffnet. Das ist ein kleiner Vorgeschmack auf das bevorstehende Weihnachtsfest.

Idee aus Deutschland

Und diese Tradition gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Schon früher fragten Kinder ihre Eltern: „Wann ist endlich Weihnachten?“. Zeit ist aber ein nicht sehr anschaulicher Begriff und lässt sich schwer erklären. Um sie bildlich darzustellen, haben Familien bereits 1851 Adventskalender selbst gebastelt. Damals hängten manche evangelische Familien ab dem ersten Advent täglich ein christliches Bild in ihrem Zuhause auf. Andere wiederum zeichneten 24 Kreidestriche an die Wände, die Kinder durften die Striche dann nach und nach wegwischen. Und sie wussten: Je weniger Striche übrig bleiben, desto näher ist Weihnachten.

Bei katholischen Familien hingegen war es üblich, jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe zu legen. Auf diese Weise bereiteten sie das Bett von Jesus-Christ-Kind vor. Bis es den ersten gedruckten Adventskalender gab, dauerte es ein bisschen. Und dieser wurde in Deutschland erfunden. Eine evangelische Buchhandlung in der norddeutschen Stadt Hamburg verkaufte im Jahr 1902 einen Adventskalender, der eine Weihnachtsuhr mit zwölf Ziffern darstellte. Irgendwann kamen zwölf weitere Zeiger hinzu und es waren 24.

In der süddeutschen Stadt München kam ein Mann namens Gerhard Lang auf die Idee: Warum füllen wir Adventskalender eigentlich nicht mit Überraschungen? Gerhard Lang hatte sich zuvor an seine Kindheit erinnert: Seine Mutter bastelte ihm in der Vorweihnachtszeit immer kleine Papierschachteln und füllte sie mit Keksen. Er durfte jeden Tag eine Schachtel öffnen und die süßen Plätzchen essen. 1903 setzte er seinen Gedanken in die Tat um und stellte einen Kalender mit 24 Ausschneidebildern von Engeln her. Die ausgeschnittenen Bilder konnten die Kinder dann sammeln und auf einem Bogen aufkleben.

Verschiedene Motive

Seit 1920 gibt es die Kalender mit kleinen Türchen zum Öffnen, so wie ihr sie kennt. Hinter jeder Tür versteckt sich meist ein schönes Weihnachtsbild. Nicht jede Familie konnte sich früher so einen Kalender leisten, denn sie waren teuer. In den 1950er und 1960er Jahren wurden sie dann preiswerter. Es kamen außerdem Schokoladen-Figürchen hinter die Türen. Heutzutage haben die Schokofiguren und Bildmotive nicht unbedingt einen Bezug zu Weihnachten. Sie können auch Bilder und Figuren aus bekannten Trickfilmen darstellen. In Skandinavien, weiter nördlich von Deutschland, füllen Erwachsene auch Stoffbeutel mit Leckereien und hängen sie dann auf. Es gibt inzwischen sehr viele Arten von Adventskalendern – doch selbst gemacht sind sie noch viel schöner.