Kindernachrichten

Warum vergeht die Zeit so schnell?

Manchmal verfliegt die Zeit einfach so. Wieso? Das möchte die zehn Jahre alte Kate aus Mannheim wissen.

„Kate hat ganz viel Glück“, sagt Gaëlle Rosendahl. „Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Zeit nur so dahin rennt.“ Das tue sie dann, wenn man Spaß im Leben hat und etwas Tolles erlebt. Gaëlle Rosendahl hat sich viel mit dem Thema beschäftigt. Die Kuratorin hat die Ausstellung „Alles mit der Zeit“ mitgestaltet, die derzeit in den Reiss-Engelhorn-Museen (REM) in Mannheim zu sehen ist.

„Natürlich vergeht die Zeit selbst nicht schneller oder langsamer“, sagt Gaëlle Rosendahl. „Es kommt einem nur so vor.“ Wer beispielsweise auf den Bus wartet und nichts zu tun hat, für den ziehe sich die Zeit. „Aber hinterher wird man sich kaum mehr daran erinnern.“ Anders sei das, wenn man jeden Tag etwas Neues erlebt. „Dann erscheint einem dieser Zeitraum im Rückblick länger.“ Die Wahrnehmung von Zeit sei „ein extrem persönliches Empfinden“.

Aber was ist Zeit? „Zeit ist schwer zu greifen“, sagt Gaëlle Rosendahl. „Und trotzdem steckt sie in allem.“ In Berufen etwa – so werden die unterschiedlichen Aspekte von Zeit auch den jungen Besuchern in der Ausstellung nähergebracht: Ein Gärtner muss sich an den Jahreszeiten orientieren, eine Konditorin backt Geburtstagstorten. Ein Dirigent gibt den Takt vor. Ein Fischer braucht Geduld.

Wird unser Gehirn nicht beschäftigt, wird uns langweilig. Die Zeit zieht sich dann wie Kaugummi. Das ist unerträglich. Aber manchmal gar nicht schlecht, sagt Gaëlle Rosendahl: „Unser Gehirn sucht immer nach etwas, das es tun kann.“ Deshalb könne erst Langeweile uns auf die besten Ideen bringen. ble