Kindernachrichten

Warum wird einem beim Autofahren schlecht?

Der Schwindelexperte Roland Hülse erklärt bei der Kinder-Uni Medizin in Mannheim, wie unser Gleichgewichtssinn funktioniert. Eine Frage haben wir ihm aber jetzt schon gestellt.

Man spricht zwar von der Reisekrankheit – aber krank ist jemand, dem im Auto, im Zug oder im Flugzeug schlecht wird, eigentlich nicht. Die Übelkeit entsteht, weil das Gehirn die unterschiedlichen Sinneswahrnehmungen bei der Fahrt nicht richtig verarbeiten kann: Die Augen melden schnelle Bilder der vorbeifliegenden Landschaft. Das Gleichgewicht meldet Beschleunigung, Bremsen und Kurven – also Bewegung in alle Richtungen. Der Bewegungsapparat dagegen meldet: Ruhe, stilles Sitzen. So ungleiche Signale kennt das Gehirn gar nicht oder höchstens aus Gefahrensituationen. Deshalb geht der Körper in Alarmbereitschaft und man bekommt einen flauen Magen.

Hält man an, ist die Übelkeit schnell wieder weg, weil dann alle Sinneseindrücke wieder zusammenpassen. Dem Fahrer wird übrigens fast nie schlecht, weil er sich auf die Straße konzentriert und die Bewegungen ständig wahrnimmt. So kann das Gehirn leichter verstehen: Ich bewege mich, auch wenn der Körper stillsitzt. Gegen schwere Reisekrankheit gibt es Medikamente. Oft reicht es aber schon, während der Fahrt nach vorne zu schauen. Lesen oder Filme sehen sollte man auf der Reise eher nicht, denn dann muss das Gehirn noch mehr unterschiedliche Eindrücke verarbeiten.

Die Kinder-Uni Medizin am Samstag, 6. April, richtet sich an Kinder zwischen sieben und 13 Jahren. ble

Info: Tickets gibt es unter www.kinder-uni-medizin.de