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Warum wird in der Werbung manchmal gelogen?

Archivartikel

Melina, neun Jahre alt, aus Mannheim-Wallstadt, möchte wissen: Warum lügt die Werbung manchmal?

Melina, neun Jahre alt, aus Mannheim-Wallstadt, möchte wissen: Warum lügt die Werbung manchmal?

Werbung darf nicht lügen, aber übertreiben, verführen und das Blaue vom Himmel versprechen. Das sagt auch das Gesetz. Solange es sich in der Werbung um eindeutig erkennbare „reklamehafte Übertreibungen“ handelt, die der normale Verbraucher, also du oder ich, als solche erkennen kann. Ist das nicht der Fall, gilt Werbung als irreführend – und das ist laut dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) nicht erlaubt.

Klingt kompliziert und etwas unfair, nicht wahr? Die Sache ist die: Ganze Abteilungen arbeiten dafür, dass wir mit verschiedenen Werbekampagnen „reingelegt“ werden. Lebensmittelhersteller dürfen zum Beispiel selbst Süßigkeiten oder zuckrige Getränke mit Gesundheitsversprechen verkaufen – wenn sie einfach Vitamine oder Mineralstoffe künstlich zusetzen. Mit großen Hinweisen auf den Gehalt von Vollkorngetreide, Vitaminen und Mineralstoffen werden Schoko-Frühstücksflocken vermarktet, obwohl sie zu einem Viertel aus Zucker bestehen. Und damit keineswegs ein „ausgewogener Start in den Tag“sind. Aber ja, laut Gesetz dürfen sie das. Verboten wäre die Werbung, wenn der Hersteller angeben würde, dass in 100 Gramm Flocken nicht 25 Gramm Zucker sind, sondern nur fünf. So oder so: Der Verbraucher ist auf sich selbst gestellt. Wir dürfen nicht auf die fröhlichen Kampagnen reinfallen und uns im Supermarkt von den bunten Packungen verführen lassen – sondern die Angaben stets hinterfragen. Der Verein footwatch ruft jedes Jahr Verbraucher dazu auf, mit der Wahl zum Goldenen Windbeutel die dreistesten Werbelügen aufzudecken. Unter www.schummelmelder.de können Schwindel auf Lebensmitteletiketten eingereicht werden. mica