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Wenn die Erde bebt

Archivartikel

Immer wieder passieren schwere Erdbeben, zuletzt in Mexiko. Doch was passiert dabei genau? Woher kommt die Kraft, die ganze Häuser einstürzen lässt?

Wenn ihr auf dem Spielplatz herum tobt oder mit dem Rad auf der Straße unterwegs seid, glaubt ihr, festen Boden unter den Füßen zu haben. Das stimmt aber nicht. Wir Menschen können es uns aber nur schwer vorstellen, dass sich die Oberfläche unserer Erde ständig bewegt.

Um das zu verstehen, muss man sich den Aufbau unseres Planeten einmal genauer ansehen. Die Erde ist zwar ein Ball, aber nicht richtig rund. Weil sie sich um ihre eigene Achse dreht, ist sie am Äquator (eine gedachte Linie rund um die Mitte herum) etwas dicker und an den beiden Polen etwas flacher. Die Erde ist aus mehreren Schichten aufgebaut: der Kruste, dem Mantel und dem Kern. Der Kern setzt sich aus Metallen zusammen und ist unvorstellbar heiß: etwa 5000 Grad Celsius. Bei dieser Hitze schmelzen normalerweise Metalle und werden flüssig. Weil die darüber liegenden schweren Gesteinsschichten einen so großen Druck erzeugen, bleibt der Kern fest.

Platten verschieben sich

Der Erdmantel enthält heißes Gestein, das sich langsam bewegt und die Erdkruste besteht aus einer riesigen Masse Gestein. Die Oberfläche unserer Erde ist in viele Platten zerbrochen. Man nennt sie auch tektonische Platten (von griechisch "tekton" für bauen) oder Kontinentalplatten. Diese tragen die Ozeanböden und die Kontinente und sie schwimmen wie Flöße auf dem flüssigen Gestein darunter, dem Magma. Deshalb ist die Oberfläche der Erde in ständiger Bewegung. Land hebt sich, Flüsse verändern ihren Lauf und auch die Kontinente verschieben sich.

Ein Erdbeben entsteht, wenn sich zwei wandernde Kontinentalplatten gegeneinander verschieben. Dann verhaken sich ihre gezackten Ränder ineinander und es baut sich eine unvorstellbare Spannung auf. Wenn sich die Spannung ruckartig entlädt, bebt die Erde.

Auf unserer Erde bebt es täglich an verschiedenen Stellen. Jährlich über eine Million Mal. Aber die meisten Beben sind leicht und wir merken sie gar nicht.

Die meisten Erdbeben gibt es in Gebieten, in denen Platten aufeinander treffen, zum Beispiel in Kalifornien, Mittelamerika oder Japan. Aber auch bei uns gibt es leichte Beben. Zum Beispiel bebt es in Köln und Umgebung manchmal, weil sich die Afrikanische Platte in Richtung Italien verschiebt und Europa von Süden her ein wenig zusammen gedrückt wird.

Japan liegt genau dort, wo vier Kontinentalplatten aufeinander treffen. Dass es dort das ganze Jahr über Erdbeben gibt, wissen alle, die dort leben. Meistens sind die Beben sehr leicht und man spürt sie kaum. 2011 gab es ein furchtbares Unglück, denn es war ein Beben der Stärke 9,0. So stark wie noch niemals zuvor. Die Erdstöße konnte man sogar auf Zugspitze in Deutschland messen. Die japanische Hauptinsel wurde durch das Beben um 2,40 Meter verschoben. Das Beben löste einen Tsunami aus, also eine Riesenwelle, die alles zerstörte.

Tiere spüren Veränderung

Seismologen sind Wissenschaftler, die sich mit der Erdbebenforschung beschäftigen. Sie versuchen eine Möglichkeit zu finden, Erdbeben vorher zu sagen. Noch gibt es keine sichere Methode.

Mit Hilfe einer Richter-Skala kann man die Stärke eines Bebens bestimmen. 1935 hat der amerikanische Seismologe Charles Richter die nach ihm benannte Skala eingeführt, die die Stärke eines Bebens misst. Spürbar ist ein Beben ab der Stärke 2,5.

Um Erdbeben zu messen, benutzt man einen Seismograph. Dieser zeichnet die bei Erdbeben entstehenden Wellen oder Schwingungen des Untergrundes auf.

Tiere haben uns auch hier etwas voraus. Sie können frühzeitig Veränderungen spüren und verhalten sich anders als normal. Vor einem Erdbeben heulen Hunde, Tiere werden nervös und laufen aus den Häusern, Fische springen im Wasser umher. Sie können etwas wahrnehmen, was uns leider verborgen bleibt.