Kindernachrichten

Zeit zum Spielen

Archivartikel

Tierfiguren, Eisenbahnen und Rennautos haben sich über viele Jahre verändert. Schon in der Steinzeit wurden Puppen aus Ton gebastelt. Heute wird für die Herstellung meist Gummi verwendet.

Spielen macht großen Spaß. Das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Und gespielt wurde sogar schon in der Steinzeit. Man fand bei Ausgrabungen Puppen aus Ton, Rasseln und Pfeifen. Auch die römischen Legionäre erholten sich beim Würfelspiel. Sie führten ein Stück Leder mit sich, auf dem man Muster einzeichnete. Tierknöchelchen dienten als Würfel. Als Spielsteine nahm man Steine vom Wegesrand und schon konnte es losgehen. Brettspiele sind bereits aus dem fünften Jahrtausend vor Christus bekannt.

Tierfiguren aus Kastanien

Die Entwicklung des Spielzeugs ist eng mit dem jeweiligen Material verbunden. Da die Menschen früher in oder nah bei Wäldern wohnten, benutzte man Holz zur Herstellung von Spielmaterial. Schnitzereien waren beliebt oder Basteleien aus Früchten des Waldes, wie Kastanien und Zapfen. So entstanden Männchen, Puppen oder Tierfiguren. Aber auch Glücksspiele und Geschicklichkeitsspiele sind schon sehr alt.

Das Spielzeug hat sich im Laufe der Jahrhunderte sehr verändert. In früheren Zeiten besaßen arme Kinder einfache Murmeln oder Kreisel aus Holz. Reiche, adlige Kinder waren aber schon damals im Besitz schöner Spielzeuge, wie Schaukelpferde, Pfeil und Bogen, Wagen oder Puppen in feinen Kleidern.

Immer war Spielzeug aber ein Abbild des menschlichen Zusammenlebens. Die Welt der Erwachsenen wurde nachgespielt. So diente Spielzeug dazu, die Kinder auf ihre Rolle im Leben vorzubereiten. Früher bedeutete es, dass Mädchen Hausfrau und Mutter werden, die Jungen sich aber in der Welt zurechtfinden sollten. Deshalb gab es im Laufe der Zeit oft auch Kriegsspielzeug als Vorbereitung für das Soldatenleben der Jungen. Erst im 19. Jahrhundert befreite man die Holz- und Ton-Puppen der Mädchen aus ihrer Starre. Aus dem Saft des Kautschukbaumes konnte man nun Gummi herstellen. Und daraus ließen sich die Puppenkörper formen.

Als im 19. Jahrhundert die Dampfmaschine endlich die Muskelkraft der Tiere und Menschen ersetzen konnte, entstanden auch Spielzeuge mit Dampfkraft. Die erste deutsche Eisenbahn fuhr 1835 von Nürnberg nach Fürth. Klar, dass es schon bald nachgebildete Loks und Waggons gab. Leider wieder nur für sehr reiche Kinder. Etwas später erfand Carl Benz in Mannheim das Auto. Auch das wurde bald in kleiner Form nachgebildet.