Kino

Des Widerspenstigen Zähmung

„Das etruskische Lächeln“: Mihal Brezis und Oded Binnun haben Sampedros Roman adaptiert

Ein rätselhafter Titel: „Das etruskische Lächeln“. Beim Museumsbesuch des Helden – Brian Cox gewohnt souverän als todkranker Schotte Rory MacNeil (Brian Cox), der sich durchgerungen hat, in San Francisco seinen entfremdeten Sohn zu treffen – wird erklärt, was es mit ihm auf sich hat: Auf antike Terrakotta-Statuen Verstorbener wird Bezug genommen, die zum Zeitpunkt ihres Ablebens ein Lächeln auf den Lippen trugen. Jenes gilt es nun dem bärbeißigen Senior ein letztes Mal ins Gesicht zu zaubern, was dem Baby-Enkel des Whiskytrinkers und Kiltträgers schließlich gelingt.

Des Widerspenstigen Zähmung also. Von der ersten und der letzten Liebe handelt der gleichnamige Roman nach Aussage von Autor José Luis Sampedro. Seine Handlung haben die Spielfilmdebütanten Mihal Brezis und Oded Binnun von der kalabrischen Provinz bzw. Mailand auf die Äußeren Hebriden respektive in die US-Küstenmetropole verlegt. Primär wohl der durchaus gelungenen, so rauen wie pittoresken Naturbilder wegen (Javier Aguirresarobe).

Der Verleih wirbt mit dem Namen des Produzenten, hat Arthur Cohn es doch auf drei Oscars gebracht. Wenig verwunderlich, fehlt es dieser Art Generationskonfliktstory doch an einem anderen Alleinstellungsmerkmal. Ein Wiedersehen gibt’s mit Rosanna Arquette („Pulp Fiction“), die Rorys Blut ein letztes Mal in Wallung bringt, solide Auftritte liefern die Kinohaudegen Peter Coyote und Treat Williams ab. Aller Rest ist routinierter Herzschmerz – versöhnliches Happy End selbstredend inkludiert. geh