Kino

Drama eines falsch gelebten Lebens

Archivartikel

„Lara“: Sensibler Film über verpasste Chancen

Was hat man als Eltern nicht alles für Träume, wenn die Kinder noch klein sind. Erfolgreich und beliebt sollen die Kleinen später mal sein und vielleicht sogar berühmt werden. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem man merkt, dass die Kinder ihren eigenen Weg gehen wollen. Das kann schmerzhaft sein, so wie im Film „Lara“. Jan-Ole Gerster hat ein kluges, anrührendes Drama inszeniert über die schwierige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem Sohn, wunderbar gespielt von Corinna Harfouch und Tom Schilling. Es geht um verlorene Träume, verpasste Chancen, Einsamkeit und die Erkenntnis, dass es für manche Dinge auch zu spät sein kann.

Lara (Harfouch) feiert ihren 60. Geburtstag – allein. Ihre Beziehung ist zerbrochen und ihr Sohn Viktor (Schilling) meldet sich nicht. Dabei gibt der junge Pianist ausgerechnet an diesem Abend das bislang wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Lara ist nicht eingeladen. Kurzerhand kauft sie alle Restkarten und verschenkt sie an Leute, die sie an diesem Tag trifft. Stolz schwärmt sie von Viktors Erfolg und träumt von einem wunderschönen Konzertabend, an dem sie tränenreich die Dankesreden ihres Sohnes für all ihre Liebe und Fürsorge entgegennimmt. Doch alles kommt anders.

Schilling ist ein ebenbürtiger Spielpartner für Harfouch. Sein Viktor wirkt erst unnahbar, doch allmählich wird klar, dass er all seine Kraft braucht, um nicht zusammenzubrechen. Ein sensibler und verletzlicher Mann, der leidet.

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