Kino

Elektrisierende Buchverfilmung

Archivartikel

„Film Stars Don’t die in Hollywood“: Annette Bening und Jamie Bell überzeugen als Liebespaar

Schatten und Licht, große Dramen und moralisch fragwürdige Figuren: Das war die Welt des Film noir, und es war auch die Welt der Hollywood-Schauspielerin Gloria Grahame. Sie verkörperte in den 1940er und 1950er Jahren die Rolle der Femme Fatale nicht nur in Filmen aus besagter Film-Ära, sondern auch im Leben. Im „Film Stars Don’t Die in Liverpool“ erzählt Regisseur Paul McGuigan von ihren letzten Lebensjahren aus der Sicht ihres knapp 30 Jahre jüngeren Liebhabers Peter Turner.

1978 lernen sich Grahame und Turner in London kennen. Turner (Bell) ist 26 und versucht sich ohne größere Erfolge als Schauspieler, während Grahame (Bening) diese mit 54 schon hinter sich hat.

Zufällig mieten sich die beiden im selben Haus ein, wenig später verlieben sie sich. Grahame und Turner haben zunächst eine gute Zeit. Der Altersunterschied spielt kaum eine Rolle - bis Grahame erkrankt und ihrem Freund das verheimlicht.

Große Liebesgeschichte

Die Filmbiografie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Turner – es ist eine große, traurige Liebesgeschichte. Die Gefahr des Pathos liegt nahe, doch die Hauptdarsteller spielen ihre Rollen mit einer angenehmen Zurückhaltung und überzeugen dennoch als tragisches Liebespaar.

Einzig bei Jamie Bell muss man sich fragen, ob er die Rolle blass spielte, oder ob Peter Turner wirklich ein lebloser Zeitgenosse war. Die fantasievolle, spielerische Inszenierung von Paul McGuigan macht den Film sehenswert. Die von Matt Greenhalgh zum Drehbuch verarbeitete Geschichte ist elektrisierend. Grahame weiß: So lange sie noch spielen kann, ist es nicht vorbei.