Kino

Geburtstag Hardy Krüger feiert heute seinen 90. Geburtstag / Star-Schauspieler auch als Schriftsteller erfolgreich

Er suchte die Herausforderung – in Hollywood

Am liebsten würde er gar nicht über sich und seine Filmerfolge reden, sagt Hardy Krüger lächelnd. Sondern viel eher über sein neues literarisches Werk („Ein Buch von Tod und Liebe“, Verlag Hoffmann und Campe). Der Band mit Erzählungen, die er bereits vor Jahren verfasst und nun neu zusammengestellt hat, spiegele ohnehin all das, was sein Leben geprägt habe: den Zweiten Weltkrieg sowie seine wohl daraus resultierende Sehnsucht nach Freiheit und Freundschaft, Abenteuer und Liebe.

Anlässlich seines heutigen 90. Geburtstags blickt Krüger, seit den 1950ern einer der wenigen deutschen Kino-Weltstars („Einer kam durch“, „Hatari!“ mit John Wayne, „Der Flug des Phönix“, Stanley Kubricks „Barry Lyndon“, „Die Brücke von Arnheim“, „Die Wildgänse kommen“ mit Roger Moore), im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dann aber doch liebenswürdig beredt zurück.

Über sein Privatleben, zu dem auch seine Schauspieler-Kinder Christiane Krüger (72) und Hardy Krüger jr. (49) gehören, äußere er sich allerdings prinzipiell nicht, erklärt er. Zu Fuß ist der auf Sport und Disziplin achtende Krüger bei schneidender Kälte von seiner Hamburger Wohnung in sein Verlagshaus Hoffmann und Campe gekommen. Derweil er sich noch vom Jetlag erholt: Seiner amerikanischen Ehefrau Anita Park zuliebe, mit der er seit 1978 verheiratet ist, verbringt der Mann, der lange eine Farm in Afrika besaß und die Fernsehzuschauer von 1987 bis 1995 mit seiner ARD-Reporterreihe „Weltenbummler“ unterhalten hat, den größten Teil des Jahres im kalifornischen Palm Springs.

Engagement gegen Rechtsextreme

Eberhard Krüger, der sich heute gegen Rechtsextremismus engagiert, wurde 1928 in Berlin als Sohn eines Hitler-gläubigen Ingenieurs geboren und ist auf der NS-Ordensburg Sonthofen erzogen worden. 1943/44 öffnete Ufa-Star Hans Söhnker („Große Freiheit Nr. 7“) ihm bei Dreharbeiten zum Propagandafilm „Junge Adler“ die Augen für das Regime. Nach dem Krieg habe er seine Rollen stets sehr sorgfältig ausgewählt, um dem Ausland in anspruchsvollen Filmen das Bild von „guten Deutschen“ zu zeigen. Wie etwa in der französischen Produktion „Taxi nach Tobruk“ (1960) neben Lino Ventura und Charles Aznavour. Krüger drehte zudem mit Schauspielgrößen wie James Stewart („Der Flug des Phoenix“) und Sean Connery. Mit vielen von ihnen freundete er sich an, lernte von ihnen für sein Leben, wie er sagt. „Die größten Stars, auch Jimmy Stewart und Aznavour, sind immer ganz bescheidene und liebenswerte Menschen gewesen“, erinnert er sich. Dasselbe ließe sich wohl auch mit vollem Recht von Hardy Krüger behaupten. dpa

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