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„21 Bridges“: Polizei-Thriller mit Chadwick Boseman und Sienna Miller

In der Grand Central Station von New York City sind alle Züge gestrichen. Alle Tunnel und die 21 Brücken, die über die Flüsse nach Manhattan führen, wurden gesperrt. Polizeiboote patrouillieren. Während der öffentliche Verkehr zum Erliegen kommt, werden auf den Bildschirmen am Times Square die Eilmeldungen eingeblendet: Manhattan ist komplett abgeriegelt. In diesem Szenario des Thrillers „21 Bridges“ hat ein Polizist nur eine Nacht Zeit, um zwei mutmaßliche Mörder zu fassen.

Als Kind verlor Polizistensohn Andre Davis seinen Vater, der von Gangstern umgebracht wurde. Rund 20 Jahre später ist Andre selbst Cop und unter Kollegen bekannt dafür, Polizistenmörder zu jagen. Marvel-Star Chadwick Boseman („Black Panther“) spielt den ruhigen Ermittler, der nicht wie Clint Eastwoods „Dirty Harry“ wirkt, sich aber internen Untersuchungen stellen muss, weil er im Dienst viele tödliche Schüsse abgegeben hat.

Als zwei Räuber (Taylor Kitsch und Stephan James) bei einem Einbruch in ein Restaurant mehrere Polizisten erschießen, wird Detective Davis auf den Fall angesetzt. Da alles auf einen Raub unter Drogenhändlern hindeutet, soll er mit der Rauschgiftfahnderin Frankie Burns (Sienna Miller) zusammenarbeiten. Und sogar das FBI zeigt Interesse an dem Fall, bei dem Davis bald einige Ungereimtheiten entdeckt. Damit die Täter nicht fliehen können, lässt Davis Manhattan abriegeln. Auf seiner nächtlichen Suche nach dem kriminellen Duo stellt er fest, dass er sich in einem Wettlauf mit seinen wütenden und rachsüchtigen Kollegen befindet.

Die beste Idee des Films lässt Regisseur Brian Kirk, der sich mit der Regie bei TV-Serien wie „Game of Thrones“ oder „Luther“ einen Namen gemacht hat, praktisch ungenutzt. Dass die 21 Brücken von Manhattan gesperrt sind, sieht man nur in einer kurzen Szene. Auf die Handlung und das Verhalten der flüchtigen Verbrecher hat die massive Polizeiaktion keinen sichtbaren Einfluss.

Chadwick Boseman macht als aufrichtiger Cop eine hervorragende Figur. Die vielseitige Sienna Miller („American Sniper“) kommt hingegen zu kurz, weil ihre Rolle schlicht überflüssig ist. Oscar-Gewinner J. K. Simmons („Whiplash“) spricht klischeehafte Phrasen, die man oft in Polizei-Thrillern gehört hat. Genau genommen hat man vieles, was in dem Film passiert, schon irgendwo gesehen. Und oft ahnt man, was als Nächstes kommt.

„Es ist die Art von Film, die man in den 90er Jahren gesehen hat, oder in den 70ern“, sagte Boseman der Deutschen Presse-Agentur. Man habe sich von „French Connection“ oder „Mystic River“ inspirieren lassen. Was die Optik und Atmosphäre angeht, merkt man das. Aber die Dichte, Spannung und emotionale Tiefe seiner Vorbilder erreicht „21 Bridges“ nicht. Das liegt auch daran, dass der solide Film von TV-Profi Kirk handwerklich wie ein Fernsehkrimi wirkt und die Charaktere zu oberflächlich bleiben.

Wirklich mitreißend ist der Film also nicht. Aber trotz seiner Makel ist er kurzweilig und unterhaltsam. Das liegt an seinem Erzähltempo und daran, dass alles innerhalb einer Nacht spielt. Vor allem aber liegt es an seinem sympathischen Hauptdarsteller. Von Chadwick Boseman als aufrichtigem Polizisten hätte man gern noch mehr gesehen. Dass „21 Bridges“ ein großer Kassenerfolg wird, der eine Fortsetzung nach sich zieht, scheint indes eher unwahrscheinlich.

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