Kino

Fantastischer Körpertausch

„Your Name“: Hinreißender Animationsfilm aus Japan über die Träume von Teenagern

Die meisten Animationsfilme entführen in fantastische Welten, die mit der Lebenswirklichkeit der Zuschauer oft nichts mehr zu tun haben. Wie man das Kunststück vollbringt, hochfliegende Träume und eine oft unglamouröse Realität zu verknüpfen, beweist eindrucksvoll der bereits mehrfach preisgekrönte japanische Animationsfilm „Your Name, Gestern, heute und für immer“ von Regisseur und Drehbuchautor Makoto Shinkai.

Multitalent Shinkai, der auch die Manga-Vorlage gezeichnet hat und zudem für Kamera und Schnitt verantwortlich ist, erzählt die Geschichte des Mädchens Mitsuha, das mit seiner Schwester bei der Großmutter in einer langweiligen, aber wunderschön gelegenen Kleinstadt lebt. Immer wieder träumt Mitsuha, deren Mutter gestorben ist, vom vermeintlich aufregenden Leben in der Millionenstadt Tokio. Dort rackert sich der gleichaltrige Taki in der Schule und seinem stressigen Job in einem Restaurant ab. Der Junge, der allein mit seinem Vater in einem winzigen Apartment lebt, könnte etwas ländliche Ruhe durchaus gebrauchen.

Sehnsüchte junger Leute

Eines Tages gehen die Wünsche der beiden in Erfüllung. Sie tauschen ihre Körper, landen immer wieder für kurze Zeit im Leben des anderen, und sorgen dort für reichlich Chaos und amüsante Missverständnisse.

Im einem großen Erzählbogen verknüpft Shinkai in seinem hinreißend detailreich animierten Film die Gegensätze von Tradition und Moderne, Stadt und Land. Das schnell pochende Herz seines Films bilden die Sehnsüchte zweier Teenager, die sich noch nie gesehen haben, aber schon so viel übereinander wissen.