Kino

Geburtstag Berlinale-Chef Dieter Kosslick feiert heute seinen 70. Geburtstag / Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratuliert

Festivalleiter mit Schal und Charme

Archivartikel

Er herzt Stars auf dem roten Berlinale-Teppich und verschenkt Kinotickets an Filmfans. Immer mit dabei: Dieter Kosslicks berühmter Schal und sein augenzwinkernder Charme. Als Herr der Bären muss der Festivalchef aber auch immer wieder heftige Kritik an seiner Programmauswahl einstecken. Im kommenden Februar wird der gebürtige Pforzheimer seinen letzten Auftritt als Direktor der Berliner Filmfestspiele haben. Noch bis Mai 2019 läuft Kosslicks Vertrag. Sein Nachfolger steht noch nicht fest.

Heute feiert Kosslick nun aber erstmal seinen 70. Geburtstag – und erinnert sich an seine aufregendsten und schlimmsten Berlinale-Momente. Jedes Jahr im Februar ist Kosslick bei der Berlinale Gastgeber für internationale Schauspielgrößen. Während der elftägigen Filmfestspiele ist Kosslick im Dauereinsatz und wohnt in einem Hotelzimmer mit Blick auf den roten Teppich. „Meine Familie sehe ich während des Festivals eigentlich gar nicht. Aber an einem Tag nehme ich meinen Sohn mit zum roten Teppich, damit er mal sieht, wie das alles abläuft“, berichtet der Festivalleiter der Deutschen Presse-Agentur.

Mit den Rolling Stones im Kino

Zu Kosslicks schönsten Augenblicken gehört die Berlinale-Eröffnung 2008, als die Rolling Stones und Regisseur Martin Scorsese mit ihrem Konzertfilm „Shine a Light“ kamen. „Aber es gab auch dramatische, stille Momente wie bei der Premiere von Andrzej Wajdas später für den Oscar nominiertem Drama ‚Das Massaker von Katyn‘ “, erinnert sich Kosslick. „Unvergessen ist der Tankstellen-Blumenstrauß eines Fans, den ich mangels eigener Blumen auf der Bühne Meryl Streep überreichte. Sie bedankte sich für „die wunderbaren Blumen von der Tankstelle“.

Bei der Berlinale-Eröffnung 2004 wurde der Hollywoodfilm „Cold Mountain“ mit Nicole Kidmann, Renée Zellweger und Jude Law gezeigt – aber keiner der angekündigten Stars kam. „Sie sagten drei Stunden vorher alle ab. Das war der härteste Moment.“

Der Baden-Württemberger Kosslick startete seine Karriere in den 70er Jahren in Hamburg als Redenschreiber und Büroleiter des damaligen Ersten Bürgermeisters Hans-Ulrich Klose (SPD). Später war er Frauenbeauftragter der Hansestadt. Kosslick arbeitete als Redakteur bei der Zeitschrift „Konkret“ und ging 1983 dann in die Filmförderung. Dort war er zunächst Geschäftsführer des Hamburger Filmbüros, 1988 wurde Kosslick Geschäftsführer der wirtschaftlichen Filmförderung Hamburgs. Seit 1992 leitete er die Filmstiftung NRW. 2001 wurde er Chef der Internationalen Filmfestspiele Berlin, die neben den Filmfestivals in Cannes und Venedig zu den „großen Drei“ zählen.

In einem gestern veröffentlichten Schreiben gratuliert Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Dieter Kosslick: „Als Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin haben Sie dieses größte Publikumsfestival der Welt nicht nur künstlerisch geprägt, sondern es immer auch im Zeitgeschehen positioniert.“ Unter den prominenten Gratulatoren waren auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD).