Kino

Guter Gedanke, flache Umsetzung

„I Feel Pretty“: Amy Schumer kämpft für positives Körpergefühl

Wie simpel die Botschaft von „I Feel Pretty“ sein soll, zeigt sich beim Blick auf den deutschen Untertitel: „Ändere alles, außer dich selbst“ steht da – und ja, tatsächlich wollten die Autoren mit ihrer Komödie wohl etwas zur Bewegung rund um positives Körpergefühl beitragen. Denn das muss man „I Feel Pretty“ definitiv zugutehalten: Anders als in der unsäglichen Comedy „Schwer verliebt“ aus dem Jahr 2001, in der sich die eigentlich übergewichtige Figur der Gwyneth Paltrow nach einem Unfall plötzlich als rank und schlank empfindet, wird hier kein 90-60-90-Idealmaß propagiert, sondern ein gesundes Verhältnis zum eigenen Körper.

Die Hauptfigur Renee hat sich nämlich körperlich überhaupt nicht verändert. Sie besitzt nur plötzlich die innere Größere, über ihren Kurven zu stehen – und das ist doch erst einmal eine schöne Idee.

Renee (Amy Schumer) ist unglücklich! Während alle um sie herum ein scheinbar perfektes Leben führen, entspricht die Blondine dem Inbegriff des Durchschnitts. Mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen meldet sich die junge Frau eines Tages in einem Fitnessstudio an. Hier passiert es: Nach einem Schlag auf den Kopf ist plötzlich alles anders! Renee vergisst ihre körperlichen Problemzonen, nimmt sich fortan als wunderschöne, begehrenswerte Frau wahr und treibt mit ihrem neuen Selbstbewusstsein ihr gesamtes Umfeld auf die Palme. Sie kündigt ihren Job und heuert dafür bei einem gefragten Modelabel an, wo sie die Karriereleiter immer weiter nach oben klettert. Auch in der Liebe läuft es plötzlich ganz ordentlich. Doch was passiert, wenn sich Renee wieder so wahrnimmt, wie sie wirklich ist?

Problematisch ist an „I Feel Pretty“ die Tatsache, dass genau dieses entspannte Verhältnis zu körperlichen Makeln und weiblichen Kurven nur dann zu etwas Möglichem gemacht wird, wenn die Hauptfigur einen Schlag auf den Kopf bekommt. Und ebenso schnell verschwindet Renees Selbstbewusstsein, sobald es zu einem nächsten Unfall kommt. Schauspielerin und Comedian Amy Schumer („Dating Queen“) verpasst es, die verschiedenen Facetten ihrer per se interessanten Figur auszuloten.