Kino

Hommage an ein Filmstudio

Archivartikel

„Traumfabrik“: Mit einem Liebesfilm schaut Babelsberg auf die eigene Vergangenheit

Achtung, in diesem Film ist die Luft voller Blütenblätter und Glühwürmchen. Orchester spielen auf und Helene Fischer singt das Titellied. „Traumfabrik“ erzählt vom Filmstudio in Potsdam-Babelsberg während der deutschen Teilung: Statist Emil (Dennis Mojen) trifft Tänzerin Milou (Emilia Schüle). Beide vergucken sich ineinander – und werden doch getrennt.

Denn es ist August 1961, und die Grenzen zwischen Ost und West sind zu. Emil muss sich einen Trick ausdenken, um seine Angebetete noch einmal von Paris in das DEFA-Filmstudio in der DDR zu holen.

Schauspielerin Schüle war bereits in den Serien „Charité“ und „Ku’damm 56“ zu sehen. Jetzt stand sie für Regisseur Martin Schreier vor der Kamera. Mit dabei sind auch Michael Gwisdek, Ken Duken und Heiner Lauterbach.

Das Studio hat eine lange Geschichte hinter sich. Der erste Film wurde 1912 gedreht, unter den Nationalsozialisten entstanden Propagandafilme, 1946 wurde die deutsch-sowjetische Aktiengesellschaft DEFA (Deutsche Film AG) gegründet. „Traumfabrik“ erzählt von dem Moment, als der Mauerbau und die Grenzschließung die Arbeit dort veränderten.

Überraschend ist der Film dann, wenn es mal nicht um die ziemlich plakative Liebesgeschichte geht, sondern um Verwechselszenen und Slapstickmomente. Der zweistündige Film kann mit schönen Bildern ablenken. Dafür muss man aber einiges an Kitsch aushalten können. Etwa wenn Milou erzählt, in Paris werde jeden Abend auf den Straßen getanzt. Da sitzt mancher doch stirnrunzelnd im Kinosaal.