Kino

Ist das Liebe oder nur Gewohnheit?

Archivartikel

„Zwei im falschen Film“: Deutsche Beziehungskomödie mit Laura Tonke und Marc Hosemann

Was Hans und Laura erleben, dürfte wohl jeder kennen, der seit einigen Jahren in einer Beziehung ist. Und fürchten dürfte es auch jeder. Denn mit einer romantischen Paar-Beziehung hat es nicht mehr viel zu tun. Statt sich füreinander schön zu machen oder auszugehen, verbringen die beiden ihre Abende zuhause Chips essend mit Videospielen in Jogginghose und – in Lauras Fall – mit Augenmaske im Gesicht. Ist das noch Liebe oder sitzen da zwei richtig gute Kumpels auf dem abgewetzten Sofa?

Diese Frage stellen sich auch Hans (Marc Hosemann) und Laura (Laura Tonke), die seit acht Jahren zusammen sind. Dass den beiden die Erotik abhandengekommen ist, wird allein daran deutlich, dass Hans seine Freundin nicht Laura nennt – sondern Heinz. Sogar Hans’ Kumpel attestiert den beiden eine Art „Geschwisterliebe“.

Ein Dinner beim Chinesen zu ihrem Jahrestag macht das Ganze noch schlimmer. Dort begegnet den beiden Lauras Ex-Freund, dem Hans bereitwillig ihre Nummer gibt. „Bist du überhaupt nicht eifersüchtig?“, fragt Laura. Hans’ Antwort ist so einfach wie erstaunlich: „Nein“. In dem Moment müssen sich beide fragen: Sind sie noch aus Liebe zusammen oder aus Gewohnheit?

Aufgeben wollen Hans und Laura ihre Beziehung aber nicht – und machen schließlich eine Liste mit all den Dingen, die ihrer Meinung nach in einer Beziehung dazugehören. Romantik, Leidenschaft, Eifersucht. Dass vor allem der dritte Punkt dann doch gut klappt, macht die Mission Beziehungs-Rettung allerdings zunächst nicht einfacher.

Mit „Zwei im falschen Film“ gelingt Regisseurin Laura Lackmann eine fast schon tragisch-komische Komödie mit zwei liebenswerten Hauptdarstellern, mit denen sich Zuschauer identifizieren können. Manche Szenen sind vielleicht ein bisschen zu klischeehaft - angefangen von Lauras Maske auf der Couch bis hin zu dem Flirt, den Hans mit seiner neuen Mitarbeiterin anfängt. Dennoch regt der Film zum Nachdenken an, weil er so nah am schnöden Beziehungsalltag ist.