Kino

Keine leichte Kinokost mit guten Bildern

„A Ghost Story“: Experimentelles und anspruchsvolles Geisterdrama in langsamer Filmsprache

Mit dem Drama „A Ghost Story“ lässt Hollywood nun ein Stück Filmpoesie über die Leinwand flimmern – die zwar entschleunigt, aber den Zuschauer auch vor Herausforderungen stellt.

Casey Affleck spielt M., an seiner Seite seine Frau C., verkörpert von US-Schauspielerin Rooney Mara. Regisseur David Lowery lässt mit eindringlichen Nahaufnahmen tief in das Seelenleben des Paares blicken und verzichtet dabei auf viel Text. Als Zuschauer muss man sich deshalb schon am Anfang des Films konzentrieren. Während C. eigentlich gerade dabei ist, ihren Mann von einem Umzug in die Stadt zu überzeugen, schlägt das Schicksal zu: M. stirbt vor dem Haus bei einem Autounfall. Später taucht seine Frau im Krankenhaus auf – und was passiert? M. steht tatsächlich wieder auf. Aber nicht als Untoter, sondern als Gespenst. Und zwar als melancholisch-komisches Spukgespenst mit weißem Laken über dem Kopf und den beiden obligatorischen Gucklöchern. Oscarpreisträger Affleck ist von dieser Wendung an nur noch in ein paar wenigen Rückblenden zusehen.

Eine weitere in die Länge gezogene Szene zeigt, wie C. vor lauter Verzweiflung über den Tod ihres Mannes einen ganzen Kuchen isst und sich danach übergibt. Der 93 Minuten lange Streifen wird nun zur echten Geduldsprobe.

Es vergehen Tage, Wochen und Jahre, doch Fragen bleiben: Die, nach dem Überdauern des Seins. Auf der Suche nach Antworten experimentiert „A Ghost Story“ mit Horror-, Drama- und Fantasy-Elementen. Der Film ist zwar keine leichte Kino-Kost, hat aber durch die kunstvollen Bildkompositionen einen gewissen Reiz.