Kino

Manga-Kampf mit offenem Ende

„Alita Battle Angel“: Comicverfilmung mit viel Action, Liebeleien und einem Cliffhanger, der nach einer Fortsetzung schreit

Der Übergang von Romantik zu Rache kann schmerzhaft kurz sein. Christoph Waltz muss das in „Alita: Battle Angel“ als Cyborg-Vater Dr. Dyson Ido weitgehend hilflos beobachten. Die von ihm zusammengeschraubte Alita lässt sich nicht aufhalten in ihrem Rachezug gegen das Böse. In der Comic-Adaption bedeutet das: zwei Stunden lang sehr viel Action, aber auch mal ein Tränchen der Verzweiflung in den Manga-Augen.

Irgendwann im 26. Jahrhundert leben Menschen und Cyborgs in der Stadt Iron City unter der Gewaltherrschaft eines diktatorischen Systems. Über den Straßen voller Dreck, Kriminalität und Misstrauen schwebt die raumschiffartige Konstruktion Zalem. Im Lauf des Films wollen fast alle dahin, aber die paradiesisch beschriebene Himmelstadt wehrt sich gegen Eindringlinge und lässt die Reste zerstörter Cyborgs auf einen Schrotthaufen unter sich herabfallen.

Dort ist es auch, wo Ido auf der Suche nach Ersatzteilen für seine künstlichen Konstruktionen fündig wird: Er entdeckt die Reste eines weiblichen Cyborgs aus menschlichem Hirn und Kunstherz mit endloser Energie.

Alita (Rosa Salazar) wird sich rasch vom sorgenden Ido lösen, um nach ihrer wahren Identität zu suchen. Dann blitzen auch Momente der Erinnerung auf: Sie wurde geschaffen als Kriegsroboter. Ido ahnt, dass Alita sich nicht mehr aufhalten lässt. Gegen ersten Widerstand verpasst er ihrem Herz und Hirn einen als unbezwingbar geltenden Cyborg-Körper, doch Alita ist längst ihrer Kämpfernatur verfallen.

Hugo (Keean Johnson) führt Alita durch den verwirrenden Alltag. Dort entdeckt sie nicht nur die Liebe zu Hugo, sondern auch ihren Hang zum schnellen Spiel. Was auf verdreckten Straßen wie Quidditch mit Harry Potter auf Rollerblades daherkommt, entpuppt sich später als Motorball. Weder auf der Straße noch im Stadion muss sich Alita ihre Gegner lang suchen: Ihre Stärke lässt die Herrschenden aufhorchen, ihr Drang nach Gerechtigkeit und Freiheit macht sie zur Feindin des Systems.

Drehbuchautor James Cameron und Regisseur Robert Rodriguez lassen in ihrer 3D-Umsetzung kaum Zweifel aufkommen, dass „Alita: Battle Angel“ ein verfilmter Manga ist. Gemetzel und Zerstörung kann den meisten Agierenden in dieser Comic-Welt kaum etwas anhaben.

Alles steuert auf einen finalen Kampf Alitas gegen das Böse zu. Umjubelt von den Massen richtet Alita im Motorball-Stadion ihr Schwert Richtung Himmelstadt. Von dort blickt Oberschurke Amok zurück. Kein Finale, ein offenes Manga-Ende.